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Seit Jahren quälen Nella Martinetti die Gedanken an die eigene Abtreibung. In ihrem Buch
"Fertig lustig" (Zytglogge Verlag, Bern 2000) war sie zum ersten Mal bereit, darüber zu
reden. Die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind
(SHMK) hat mit Nella Martinetti gesprochen.
SHMK:
Wie haben Sie die Abtreibung erlebt?
N. M.: Es war furchtbar! Nach der Abtreibung kam die Krankenschwester und zog blutige Gaze
aus mir heraus. Meterweise! Mein Bauch war voll von diesem Zeug. Zu Hause blutete ich wie
verrückt. Auch psychisch war ich eine einzige Wunde.
SHMK:
Wie haben Sie die Abtreibung verkraftet?
N. M.: Überhaupt nicht! Immer wieder habe ich grausame Träume, in denen ich mein Kind, das
ich getötet habe, suche. Schliesslich muss ich es irgendwo ausgraben und finde es verwest!
Wenn ich dann erwache, muss ich immer weinen. Kürzlich liess ich ein neues Cheminee
einbauen. Daraufhin fand ich mein Kind im Traum tot unter dem Chemineerost.
Es ist grauenhaft!
Als wir einige Wochen nach der Abtreibung bei einer Familie mit einem Baby eingeladen waren,
krampfte sich mein Herz zusammen. Es pochte im Rhythmus Du-hast-deins-getötet,
Du-hast-deins-getötet. An diesem Abend sehnte ich mich unbeschreiblich stark nach einem
eigenen Kind. Diese Gefühle kommen immer wieder in mir auf.
"Der Gedanke an den Abbruch ist für mich noch heute sehr schmerzhaft und voller
Schuldgefühle. Es ist nicht wahr, dass mit der Abtreibung alle Probleme für die Frau
vorüber sind. Im Gegenteil!"
Nella Martinetti,
Komponistin, Autorin, Sängerin, www.nella.ch |
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