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V o n S o n j a B l u m
Zum Einstieg in das Thema aus der Zeitschrift GEO 5/2004 einige Ausschnitte die im Artikel "Demographie: Was Deutschland erwartet" publiziert wurden.
«Wir werden in den kommenden Jahrzehnten demographische Verwerfungen erleben, die sich nur mit den Folgen der großen Auswandererwellen des 19. Jahrhunderts vergleichen lassen.
Was uns bevorsteht, was getan werden muss
Fast 5,5 Millionen Einwohner hat Deutschland in den letzten 30 Jahren verloren - fast ebenso viele wie zwischen 1815 und 1914 nach Nordamerika ausgewandert sind. Denn seit 1972 sterben hierzulande mehr Menschen, als geboren werden - jede nachfolgende Kindergeneration ist um ein Drittel kleiner als die ihrer Eltern. Mit im Schnitt nur noch knapp 1,4 Kindern pro Frau zählt die Bundesrepublik heute zu den kinderärmsten Gesellschaften der Welt.
Bevölkerungsschwund senkt die Kreditwürdigkeit
Die Krise der staatlichen Finanzhaushalte wird durch den demographischen Wandel massiv verschärft. Was dies bedeuten kann, zeigt das Beispiel von Sachsen-Anhalt: Im September 2003 wurde die Kreditwürdigkeit dieses Bundeslandes von der maßgeblichen Rating-Agentur Standard & Poor's herabgestuft - und zwar erstmals explizit auch aus demographischen Gründen. Der Bevölkerungsrückgang, hieß es, habe negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.
Auf dem Weg in eine kinderlose Gesellschaft?
In der aktuellen Debatte spielen Kinder vor allem als ökonomischer Faktor eine Rolle - als finanzielle Belastung für Familien, als zukünftige Rentenzahler, aber nicht als Bereicherung unseres Lebens. Die Zukunft könnte noch weniger kinderfreundlich aussehen: Wenn die Alten die Wählermehrheit ausmachen - aber nur noch eine Minderheit von ihnen Enkel hat. Wie reformfreudig wird die Gesellschaft dann noch sein? Wie bereit, in den Nachwuchs zu investieren, statt in den Erhalt des Status quo?
Die aktuelle Zuwanderung reicht nicht aus
Es ist also ausgeschlossen, dass in Deutschland auf absehbare Zeit wieder genug Kinder nachwachsen, um den Bevölkerungsschwund auszugleichen. Die Lücke könnten nur, wie seit über 30 Jahren, Ausländer füllen. Da die Zuzügler im Schnitt weniger alt sind als die Ansässigen, hat das auch einen Verjüngungseffekt. Aber schon im kommenden Jahrzehnt reicht der derzeitige Zugewinn von jährlich rund 200 000 Einwanderern nicht mehr aus, um die Bevölkerung stabil zu halten. Die Einwanderungszahlen müssten noch weiter steigen: auf 300 000 im Jahr 2020, auf mehr als eine halbe Million im Jahr 2050.
Abschied vom Wachstumsdenken
Wir müssen Abschied nehmen vom Wachstumsdenken der Vergangenheit. Immer länger leben, dabei immer weniger arbeiten und immer reicher werden - das hat bestenfalls für kurze Zeit von den 1970er bis 1990er Jahren funktioniert. Die Alte Welt muss sich neu erfinden, um zukunftstauglich zu sein. Dabei könnte der Pioniergeist der Auswanderer im 19. Jahrhundert Vorbild sein, ihre Bereitschaft, sich von Grund auf neuen Herausforderungen zu stellen.»
Welcher Zusammenhang besteht nun aber zwischen dieser demographischen Entwicklung und dem Thema Abtreibung? Wenn man die Zahlen der Abtreibungsstatistiken anschaut, sehr viel!
Hier die Statistik der Abtreibungen in Deutschland der letzten 27 Jahre: (Quelle Statistisches Bundesamt)
Stellt man die Zahl von mehr als 4 Millionen Abtreibungen (in 27 Jahren), dem Schrumpfen der Bevölkerung um 5.5 Millionen (in 30 Jahren) gegenüber, benötigt es nicht allzuviel Rechenkunst, um zu erkennen, dass die negative demographische Entwicklung ohne Abtreibung nicht stattfinden würde! Einzuberechnen wäre ja auch noch, dass die getöteten Kinder selber wieder Kinder kriegen würden und dass bei der Anzahl der Abtreibungen noch eine hohe Dunkelziffer existiert. | |
| Jahr | Ost (DDR) | West (BRD) | Gesamt | | 1976 | 83'207 | 13'044 | 99'251 | | 1977 | 80'145 | 54'309 | 134'454 | | 1978 | 79 087 | 73'548 | 152'635 | | 1979 | 85'135 | 82'788 | 167'923 | | 1980 | 92'103 | 87'702 | 179'805 | | 1981 | 95'555 | 87'535 | 183'090 | | 1982 | 96'414 | 91'064 | 187'478 | | 1983 | 94'096 | 86'529 | 180'625 | | 1984 | 92'556 | 86'298 | 178'854 | | 1985 | 90'254 | 83'538 | 173'792 | | 1986 | 85'725 | 84'274 | 169'999 | | 1987 | 82'682 | 88'540 | 171'222 | | 1988 | 80'840 | 83'784 | 164'624 | | 1989 | 73'899 | 75'297 | 149'196 | | 1990 | 66'459 | 78'808 | 145'267 | | 1991 | 49'806 | 74'571 | 124'377 | | 1992 | 43'753 | 74'856 | 118'609 | | 1993 | | | 111'236 | | 1994 | | | 103'586 | | 1995 | | | 97'937 | | 1996 | | | 130'899 | | 1997 | | | 130'890 | | 1998 | | | 131'795 | | 1999 | | | 130'471 | | 2000 | | | 134'609 | | 2001 | | | 134'964 | | 2002 | | | 130'387 | | 2003 | | | 128'030 | | TOTAL: | 4'046'005 |
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Auf den Punkt gebracht, beweisen die Fakten, dass die Abtreibung nicht nur eine Tragödie in jedem Einzelfall ist, sondern eine Gesellschaft, die das Leben als Wegwerfware betrachtet, sich selber vom Leben abschneidet! Wenn wir das letzte Zitat aus der Zeitschrift GEO ernstnehmen wollen, bedeutet dies vorallem eines: Wir müssen das ungeborene Leben wieder als etwas wertvolles und schützenswertes erkennen. Wir müssen wegkommen von einem Lebensstil, der die persönliche Selbstverwirklichung und den persönlichen materiellen Luxus zur obersten Maxime gemacht hat.
Wenn wir dieses Problem unserer Gesellschaft nicht angehen, werden wir uns als Nation gerade auch vom heutigen materiellen Wohlstand verabschieden müssen. Mehr Menschlichkeit würde also nicht nur unserem persönlichen psychischen Wohlbefinden zugute kommen, sondern hätte für uns längerfristig auch handfeste ökonomische Vorteile! Gefragt sind wir alle, es ist eine Aufgabe, die wir nicht einfach an den Staat delegieren können. Welche Entscheidung triffst Du? Für oder gegen das Leben?
Die für Deutschland aufgezeigten Zusammenhänge gelten selbstverständlich mehr oder weniger für alle Länder in Europa und Nordamerika. Natürlich wird die demographische Entwicklung von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Der Faktor Abtreibung ist aber mit Abstand derjenige, der am seltesten thematisiert wird, obwohl er einen sehr wesentlichen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung hat. Es gilt wohl auch hier, dass, was nicht sein darf, nicht sein kann. Das Thema Abtreibung ist in unserer sogenannt aufgeklärten Gesellschaft sehr häufig ein tabu Thema.
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