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Abtreibung: Eine
demographische "Zeitbombe" ?!
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    Montag 13.10.2008
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    V o n   S o n j a   B l u m
    Zum Einstieg in das Thema aus der Zeitschrift GEO 5/2004 einige Ausschnitte die im Artikel "Demographie: Was Deutschland erwartet" publiziert wurden.

    «Wir werden in den kommenden Jahrzehnten demographische Verwerfungen erleben, die sich nur mit den Folgen der großen Auswandererwellen des 19. Jahrhunderts vergleichen lassen.

    Was uns bevorsteht, was getan werden muss
    Fast 5,5 Millionen Einwohner hat Deutschland in den letzten 30 Jahren verloren - fast ebenso viele wie zwischen 1815 und 1914 nach Nordamerika ausgewandert sind. Denn seit 1972 sterben hierzulande mehr Menschen, als geboren werden - jede nachfolgende Kindergeneration ist um ein Drittel kleiner als die ihrer Eltern. Mit im Schnitt nur noch knapp 1,4 Kindern pro Frau zählt die Bundesrepublik heute zu den kinderärmsten Gesellschaften der Welt.

    Bevölkerungsschwund senkt die Kreditwürdigkeit
    Die Krise der staatlichen Finanzhaushalte wird durch den demographischen Wandel massiv verschärft. Was dies bedeuten kann, zeigt das Beispiel von Sachsen-Anhalt: Im September 2003 wurde die Kreditwürdigkeit dieses Bundeslandes von der maßgeblichen Rating-Agentur Standard & Poor's herabgestuft - und zwar erstmals explizit auch aus demographischen Gründen. Der Bevölkerungsrückgang, hieß es, habe negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.

    Auf dem Weg in eine kinderlose Gesellschaft?
    In der aktuellen Debatte spielen Kinder vor allem als ökonomischer Faktor eine Rolle - als finanzielle Belastung für Familien, als zukünftige Rentenzahler, aber nicht als Bereicherung unseres Lebens. Die Zukunft könnte noch weniger kinderfreundlich aussehen: Wenn die Alten die Wählermehrheit ausmachen - aber nur noch eine Minderheit von ihnen Enkel hat. Wie reformfreudig wird die Gesellschaft dann noch sein? Wie bereit, in den Nachwuchs zu investieren, statt in den Erhalt des Status quo?

    Die aktuelle Zuwanderung reicht nicht aus
    Es ist also ausgeschlossen, dass in Deutschland auf absehbare Zeit wieder genug Kinder nachwachsen, um den Bevölkerungsschwund auszugleichen. Die Lücke könnten nur, wie seit über 30 Jahren, Ausländer füllen. Da die Zuzügler im Schnitt weniger alt sind als die Ansässigen, hat das auch einen Verjüngungseffekt. Aber schon im kommenden Jahrzehnt reicht der derzeitige Zugewinn von jährlich rund 200 000 Einwanderern nicht mehr aus, um die Bevölkerung stabil zu halten. Die Einwanderungszahlen müssten noch weiter steigen: auf 300 000 im Jahr 2020, auf mehr als eine halbe Million im Jahr 2050.

    Abschied vom Wachstumsdenken
    Wir müssen Abschied nehmen vom Wachstumsdenken der Vergangenheit. Immer länger leben, dabei immer weniger arbeiten und immer reicher werden - das hat bestenfalls für kurze Zeit von den 1970er bis 1990er Jahren funktioniert. Die Alte Welt muss sich neu erfinden, um zukunftstauglich zu sein. Dabei könnte der Pioniergeist der Auswanderer im 19. Jahrhundert Vorbild sein, ihre Bereitschaft, sich von Grund auf neuen Herausforderungen zu stellen.»


    Welcher Zusammenhang besteht nun aber zwischen dieser demographischen Entwicklung und dem Thema Abtreibung? Wenn man die Zahlen der Abtreibungsstatistiken anschaut, sehr viel!

    Hier die Statistik der Abtreibungen in Deutschland der letzten 27 Jahre: (Quelle Statistisches Bundesamt)


    Stellt man die Zahl von mehr als 4 Millionen Abtreibungen (in 27 Jahren), dem Schrumpfen der Bevölkerung um 5.5 Millionen (in 30 Jahren) gegenüber, benötigt es nicht allzuviel Rechenkunst, um zu erkennen, dass die negative demographische Entwicklung ohne Abtreibung nicht stattfinden würde! Einzuberechnen wäre ja auch noch, dass die getöteten Kinder selber wieder Kinder kriegen würden und dass bei der Anzahl der Abtreibungen noch eine hohe Dunkelziffer existiert.
      Jahr  Ost (DDR)West (BRD)Gesamt
    197683'207   13'044   99'251   
    197780'145   54'309   134'454   
    197879 087   73'548   152'635   
    197985'135   82'788   167'923   
    198092'103   87'702   179'805   
    198195'555   87'535   183'090   
    198296'414   91'064   187'478   
    198394'096   86'529   180'625   
    198492'556   86'298   178'854   
    198590'254   83'538   173'792   
    198685'725   84'274   169'999   
    198782'682   88'540   171'222   
    198880'840   83'784   164'624   
    198973'899   75'297   149'196   
    199066'459   78'808   145'267   
    199149'806   74'571   124'377   
    199243'753   74'856   118'609   
    1993      111'236   
    1994      103'586   
    1995      97'937   
    1996      130'899   
    1997      130'890   
    1998      131'795   
    1999      130'471   
    2000      134'609   
    2001      134'964   
    2002      130'387   
    2003      128'030   
    TOTAL: 4'046'005   

    Auf den Punkt gebracht, beweisen die Fakten, dass die Abtreibung nicht nur eine Tragödie in jedem Einzelfall ist, sondern eine Gesellschaft, die das Leben als Wegwerfware betrachtet, sich selber vom Leben abschneidet! Wenn wir das letzte Zitat aus der Zeitschrift GEO ernstnehmen wollen, bedeutet dies vorallem eines: Wir müssen das ungeborene Leben wieder als etwas wertvolles und schützenswertes erkennen. Wir müssen wegkommen von einem Lebensstil, der die persönliche Selbstverwirklichung und den persönlichen materiellen Luxus zur obersten Maxime gemacht hat.
    Wenn wir dieses Problem unserer Gesellschaft nicht angehen, werden wir uns als Nation gerade auch vom heutigen materiellen Wohlstand verabschieden müssen. Mehr Menschlichkeit würde also nicht nur unserem persönlichen psychischen Wohlbefinden zugute kommen, sondern hätte für uns längerfristig auch handfeste ökonomische Vorteile! Gefragt sind wir alle, es ist eine Aufgabe, die wir nicht einfach an den Staat delegieren können. Welche Entscheidung triffst Du? Für oder gegen das Leben?

    Die für Deutschland aufgezeigten Zusammenhänge gelten selbstverständlich mehr oder weniger für alle Länder in Europa und Nordamerika. Natürlich wird die demographische Entwicklung von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Der Faktor Abtreibung ist aber mit Abstand derjenige, der am seltesten thematisiert wird, obwohl er einen sehr wesentlichen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung hat. Es gilt wohl auch hier, dass, was nicht sein darf, nicht sein kann. Das Thema Abtreibung ist in unserer sogenannt aufgeklärten Gesellschaft sehr häufig ein tabu Thema.

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