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Mit
17 Jahren bin ich ungeplant schwanger geworden. Ich hatte allerdings schon die Mittlere Reife, einen Beruf erlernt
und ein Jahr gearbeitet. Ich war schwanger von meinem festen Freund, den ich heiraten wollte. Ab dem 6. Monat der
Schwangerschaft hatte ich fast täglich Gallenkolliken, auch wenn ich nur Zwiebach gegessen und Tee getrunken hatte. Ich
habe sehr viele Schmerzmedikamente erhalten und bin mir sicher, dass man mir in der heutigen Zeit nur eine Abtreibung
eingeredet hätte. Aber daran haben wir damals in 1969 nicht einmal gedacht. Ich hätte das wahrscheinlich auch niemals
tun können, obwohl meine Eltern sehr enttäuscht waren über meine zu frühe Schwangerschaft.
So sehr hatte ich mir einen Sohn gewünscht und diesen habe ich - unserem Gott sei Dank von ganzem Herzen dafür - fast
ohne Presswehen auf die Welt gebracht. Mein Kindchen war ganz blau und hatte durch die lange Geburtsphase ein
längliches Köpfchen. Ich hatte mein Söhnchen im Arm und habe mich - trotz des ganzen Leides und der Schmerzen - so sehr
gefreut. Direkt nach der Geburt hatte ich eine Gallenkollik, die über Nacht bis in den Morgen dauerte. Als mein Sohn 4
Monate war, musste ich - Heiligabend 1969 - ins Krankenhaus mit schwerster Bauchspeicheldrüsenentzündung und Gelbsucht.
Ich lag wochenlang am Tropf und die Ärzte kämpften um mein Leben. Eigentlich hatte ich keine Überlebenschancen. Doch
ich wollte leben für mein Kind. Ich schrie in meiner großen Not zu Gott, dass Er mich doch überleben lassen sollte. Und
Er hat mich erhört! Dadurch, dass ich Überleben durfte, hat mich Gott von Seiner Existenz 100 %ig überzeugt. Ich wurde
noch in einem sehr kritischen Zustand an der Galle operiert. Aber ich hatte einen gesunden Sohn und habe alles
überstanden.
Heute ist mein Sohn 34 Jahre. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder. Aufgrund meiner Krankengeschichte
sagten mir die Ärzte, dass ich keine Kinder mehr bekommen sollte. Ich habe das damals auch geglaubt. Heute geht es mir
gesundheitlich wieder sehr gut. Meine Schwiegertochter sagte immer, wenn wieder ein Kindchen geboren wurde: "Jetzt hast
du wieder ein Kind bekommen auf dem 2. Weg." Ich bin Gott heute so von ganzem Herzen dankbar, dass Er mich einen
gesunden Sohn so früh auf die Welt hat bringen lassen und dass ich selbst auch wieder gesund geworden bin. Heute habe
ich das Glück, dass durch das Leben meines Sohnes eine großartige Multiplikation weiteren Lebens geschehen ist. Kinder
sind ein Segen Gottes. Ich bin sehr dankbar für meine Enkelkinder. Sie sind einfach großartig. Auch möchte ich noch
anmerken, dass ich seit jungen Jahren immer im Kinderdienst / Kindergottesdienst bis heute ehrenamtlich tätig bin. Kinder
sind einfach großartig und es lohnt sich, in sie Liebe und Güte sowie gute Erziehung zu investieren. Jedes Kind hat
ein Recht auf Leben. Und ich sehe in meinem Leben, dass letztlich alles zum Guten geführt wurde.
Inzwischen habe ich
ein Buch "Honig aus dem Felsen" - Gedichte und Texte von Herz zu Herz herausgegeben. Das nachfolgende Gedicht
ist darin zu lesen:
Ich will leben!
Im Leib, liebe Mutter, ist erwacht nun mein Leben,
ein Wunder, dass ich wachse in dir heran.
Wirst du mir auch das Leben geben
oder der Tod mich schon holen kann?
Höre: Ich will leben! Ich bitte dich sehr!
Lieb und bewahr mich, halt mich geborgen.
Ist dein Leben auch manchmal sehr schwer,
tötest du mich, sind größer die Sorgen.
Wenn du mich siehst, dann wirst du dich freu'n,
bist dankbar, dass du mir das Leben geschenkt,
wirst mich gern umsorgen, keine mühe scheu'n,
auch wenn's jetzt kaum einer glaubt oder denkt.
Vertraue auf Gott, Er kommt dir entgegen,
Er hat dich gewollt wie mich, spricht dein Kind.
Er wird uns helfen, schenkt uns Seinen Segen,
welch' Glück, wenn wir beide am Leben sind.
(C) Brunhilde Rusch
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