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ABTREIBUNG
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    Dienstag 16.3.2010
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    Rebecca Sutter
    in der Sendung
    Fenster zum Sonntag.
    Titel: "Vergib mir!"
    Sendung Fenster zum Sonntag "Vergib mir!" mit Rebecca Sutter Video (450 kbps)

    mehr


    Hebamme Rebecca Sutter Rebecca Sutter weiss von Anfang an, dass sie als Hebamme mit christlicher Überzeugung keine Abtreibungen machen will. Ihr Arbeitgeber akzeptiert diese Tatsache ohne Aufhebens. Trotzdem muss sie im Stress des Spitalalltags Abtreibungen vornehmen. Sie wird kaum damit fertig.

    Quelle: www.livenet.ch     Text: Iris Muhl


    Die Kolleginnen sind nicht begeistert von Rebeccas Haltung. Jetzt müssen sie mehr Abtreibungen übernehmen, da sich Rebecca aus Glaubensgründen gegen diese Arbeit stellt. «Hebamme ist ein schöner Job, doch die Abtreibung ist für alle die „Schmutzarbeit”», meint Rebecca. Trotzdem kommt es vor, dass sie in die Bresche springen muss. An einem stressigen Abend wird einen junge Frau auf die Station gefahren, die bereits ein Medikament bekommen hat, damit dass Kind abgestossen wird.
    «Ich hatte noch freie Kapazitäten, alle anderen Hebammen waren voll beschäftigt, ich konnte nicht nein sagen», stellte Rebecca Sutter im Rückblick fest. Die Frau blutete stark. «Ich musste handeln. So gab ich ihr noch ein Wehenmittel per Infusion, damit die Abtreibung vorangetrieben wird.» Als das Kind zur Welt kommt, schlägt sein Herz noch. Es ist gerade 20 Wochen alt und gesund. Dann stirbt es, weil es noch nicht lebensfähig ist.

    Eintrag geändert, Statistik verfälscht
    Rebecca macht den Eintrag, dass das Kind eineEmbryo Lebendgeburt war und kurzer Zeit Herztöne hatte. Die Stimmung ist bedrückt, trotzdem arbeiten alle Beteiligten ruhig weiter. Niemand spricht. Ausser der Arzt: «Schreiben Sie, dass es eine Fehlgeburt war.» Rebecca ist irritiert. Plötzlich ahnt sie, dass so die Statistiken verfälscht werden. Die Eintragung wird schnell geändert, ein Leben statistisch ausgelöscht.
    Apatisch liegt die junge Mutter des Kindes im Bett. Unter Druck musste sie das Kind abtreiben, wegen ihrem Vater. Sie selber hätte das Kind gerne behalten. Da die junge Frau jedoch bereits ein uneheliches Kind hat und auf ihr Elternhaus angewiesen ist, liess man ihr keine bessere Wahl.

    Gleichgültige Gesellschaft
    Rebecca ist aufgewühlt: «Ich finde es absolut verrückt, wie die Menschen denken. Warum haben diese Kinder keinen Platz in der Gesellschaft?» Aufgeregt spricht sie von gesellschaftlicher Abstumpfung, von Gleichgültigkeit. Auch im Krankenhaus sei das Personal abgestumpft, meint die desillusioniert. Niemand wolle über Abtreibungen reden.
    Das bestätigt sich, als Rebecca den Vorschlag macht, das Thema im Team aufzugreifen. Doch niemand zeigt Interesse, obwohl Rebecca spürt, dass sich alle Hebammen damit schwer tun. Nur in persönlichen Gesprächen öffnen sich die Kolleginnen. Unter vier Augen sprechen sie davon, wie belanstend es sei, Kinder aus dem Leib der Mutter zu holen und sie schliesslich mutterseelenallein sterben zu lassen.

    Wirklichkeit ist anders
    Doch Statistiken sprechen nicht von der Belastung des Personals, sondern nur von der Belastung der Mütter. Die allgemeine Meinung übr die Abtreibung: Kaum oder wenig belastend. Rebecca ist anderer Ansicht: «Ich arbeite seit einiger Zeit in einer Beratung, in der Frauen nach der Abtreibung Hilfe erhalten. Dort zeigt sich die Wirklichkeit.
    zerbrochene HoffnungViele Frauen werden von der Abtreibung nach Jahren wieder eingeholt. Andere kommen gleich nach dem OP in die Beratung, um Hilfe in Anspruch zu nehmen». Depressionen, Schuldgefühle und Albträume seien häufig die Folge.

    Föten haben keine Lobby
    Rebecca beginnt als diplomierte Hebamme ernsthaft an ihrem Beruf zu zweifeln. Ihr wird die Krankenhausatmosphäre zuwider. Einmal erlebt sie sogar, dass Eltern ihr leicht behindertes Kind abtreiben und dann Trauerkärtli verschickt und eine Todesanzeige mit dem Zitat «Wir haben dich geliebt» aufsetzen. «Ist das nicht ein blanker Irrsinn?» Die Hebamme schweigt einen Moment und meint dann: «In unserer Gesellschaft pocht jeder auf sein Recht. Angestellte, Patienten, Senioren, Tierrechtler - nur die Ungeborenen haben keinen Lobby.» Sechzehn Wochen später bringt Rebecca selbst ein gesundes Kind zur Welt und gibt ihren Job auf der Entbindungsstation auf. Trotzdem verfolgen sie Albträume. Als Christin plagt sie der Gedanke, ob Gott ihr damit Vorwürfe macht. Schliesslich hat sie trotzdem Vorbehalten zwei Abtreibungen durchgeführt.

    Eltern und Personal entlasten
    Auch belastet sie die Vorstellung, dass an ihrem ehemaligen Arbeitsort weitere Abtreibungen durchgeführt werden, ohne dass diese hinterfragt werden. «Einleitung der Geburt». erklärt sie jetzt ruhig, werde eine Abtreibung auch genannt. Mit diesem milden Ausdruck sollen die Eltern und das Personal entlastet werden. Wie es dabei den ungeborenen Kinder geht, weiss niemand. Doch Rebecca bekommt eine Ahnung, als sie nach einer Serie von Albträumen einen schönen Traum hat: Sie sieht die Ungeborenen an der Seite Gottes. Hier spürt sie Vergebung von Gott. Doch das beruhigt sie nur teilweise. Rebecca: «Die Abtreibungen gehen weiter. Für viele sind Respekt und Achtung vor dem werdenden Leben Fremdwörter». Rebecca hat ihren Job an den Nagel gehängt. In der Beratung von Frauen, die abgetrieben haben, sieht sie eine neue Herausforderung. Das Zitat von Alfons Karr hilft ihr dabei weiter: «Die Freiheit eines jeden hat als logische Grenze die Freiheit der anderen.»
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