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Das
Post Abortion Syndrom (PAS) hat demnach viele Gesichter, die sich
vor allem in den seelischen und leibseelischen (psychosomatischen) Folgeerscheinungen ( = Symptomen) nach der
Abtreibung ausdrücken Meist handelt es sich um Funktionsstörungen.
Die wichtigsten Erscheinungsbilder posttraumatischer Stress
Verarbeitungsstörungen, wie sie beim PAS auftreten, sind:
- Übererregbarkeit, als ob eine ständige Gefahrensituation drohen würde. Charakteristische Zeichen einer derart
unangemessenen Abwehrreaktion, die durch die Alternative "Flüchten oder Standhalten" gekennzeichnet ist, sind
etwa Reizbarkeit, Angstattacken, aggressives Verhalten, Konzentrationsschwäche, Ein- und Durchschlafstörungen. Typische
Erscheinungen also, wie die vegetative Reaktionen in ähnlichen Situationen bei einem Trauma bestehen.
- Überwältigung von teilweisen oder vollständigen Erinnerungen an das Trauma der erlebten Abtreibung. Sie treten
unerwartet und gegen den eigenen Willen auf in Form von Angstträumen und Zwangsvorstellungen oder machen sich an
bestimmten Tagen breit etc. (s.u.)
- Einengung bzw. Beschränkung der Person auf Verhaltensweisen sowie emotionale Situationen, die Belastungen durch das
Trauma der Abtreibung verhindern. Das Vermeidungsverhalten umgeht die Auseinandersetzung mit intellektuellen, emotional
belastenden und realen Aspekten, die mit dem Trauma in Verbindung stehen und führt zu teils unbewußtem Rückzug aus
früher geliebten Lebensbereichen, zur Umorientierung des eigenen Lebens bis hin zu selbstdestruktiven Tendenzen und
Handlungen (s.o.).
Neben den Hauptsymptoen des PAS und in deren Gefolge kann es zu einer
Fülle von psychischen, psychosomatischen und schließlich rein körperlichen Folgeerscheinungen kommen, die sich im
Genitalbereich, aber auch an anderen Organen manifestieren können ("der Konflikt springt in den Körper"):
- Zu den psychischen Folgeerscheinungen zählt man: Scham- und Schuldgefühle,
Angstzustände, Gefühlskälte, unklare nervliche Erschöpfungszustände, Störungen des Selbstwertgefühles, des
Eßverhaltens, Depressionen, Medikamenten-, Alkohol-, Drogenmißbrauch und -abhängigkeit etc. mit ihren möglichen Folgen
für das partnerschaftliche, berufliche und soziale Leben.
- Psychosomatische Folgeerscheinungen der Abtreibung können sich im Genitalbereich
manifestieren, wobei die sog. Organsprache auf Auslöser im Zusammenhang mit Sexualität -und Fortpflanzung hinweist.
Dabei handelt es sich etwa um funktionelle, d.h. ohne nachweisbare organisch-körperliche Veränderungen einhergehende
Unterbauchschmerzen, funktionelle Blutungsstörungen (Blutungsunregelmäßigkeiten etc.), funktionelle Sexualstörungen
(z.B. Libidoverlust, Anorgasmie, Frigidität), Menstruationsbeschwerden (z.B. schmerzhafte Regelbeschwerden u.a.)
psychogener Ausfluß, auch "vaginale Träne" bezeichnet, oder psychogener Juckreiz. Aber auch chronische, durch
gezielte Behandlung der mikrobiologisch nachgewiesenen "Erreger" nicht behandelbare Infektionen der Scheide
können dazugehören.
Insbesondere bei der Verdrängung kommt es zu einer Somatisierung, d.h.
zur körperlichen Ausprägung zunächst vegetativer (funktioneller) Störungen. Die Krankheitssymptomatik kann als Strafe
für die Abtreibung empfunden und ständig qualvoll erinnert werden.
- Psychosomatische Folgeerscheinungen an anderen Organsystemen des Körpers, also extragenitale Beschwerden, wie z.B.
Migräne, Schlafstörungen, Stuhlbeschwerden, Depressionen, funktionelle Erkrankungen des Magen-Darm Traktes u.a., machen
es meist sehr schwer, den Zusammenhang mit der erlebten Abtreibung zu entdecken, sofern diese dem Arzt überhaupt
genannt wurde.
Die unmittelbaren körperlichen Folgen und Erkrankungen der Frau nach
einer Abtreibung rechnet man nicht zum Post Abortion Syndrom (PAS), sondern zu den Kurz-, Mittel- oder Langzeitfolgen
des instrumentellen Eingriffes oder des Abtreibungsmittels. Dazu gehören im Einzelnen z.B. Narkosezwischenfälle,
operationsbedingte Verletzungen der Gebärmutter, verstärkte Blutungen und (sehr selten) mütterliche Todesfälle.
Verletzungen und Infektionen können mittel- und längerfristig zu Einschränkungen führen, wieder schwanger werden und
Kinder bekommen zu können. Dabei spielen Verwachsungen der Eileiter, Einnistungsstörungen, Eileiterschwangerschaften,
wiederholte Fehl- oder Frühgeburten etc. eine wichtige Rolle. Bei den Abtreibungen mittels Mifegyne wird sich
vermutlich dieses Spektrum der körperlichen Folgeerscheinungen von den Verletzungen weg und hin zu den Entzündungen
verändern.
Die genannten psychischen und psychosomatischen Folgeerscheinungen
sind, wie gesagt, keine unmittelbaren Folgen der instrumentellen Abtreibung, sondern treten mitunter erst nach vielen
Jahren in Form einer seelisch und/oder körperlichen Erkrankung in Erscheinung, ohne daß der Auslöser erkennbar würde.
Daher kann man - auch bei größter diagnostischer Sorgfalt - lediglich
vage Angaben über die Häufigkeit dieser Erscheinungen nach vorausgegangenen Abbrüchen machen (s.o.). Zudem hängen das
Erkennen der beobachteten Erscheinungen und Häufigkeitsangaben vom Beruf, der fachlichen Qualifikation des
Untersuchers, der Art der Erhebung (z.B. tiefenpsychologisch orientiertes Interview oder Befragung per Fragebogen),
aber auch von der Einstellung des Untersuchers zur Abtreibung und vielen anderen Aspekten ab.
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