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Therapie und Prognose
POS / ADS / ADHS
ZusammenfassungUrsache und HäufigkeitSymptome und DiagnoseTherapie und PrognoseErfahrungsberichtLebensgeschichte: «Mein neues Leben in Christus»

GESCHICHTEN
KURZGESCHICHTE
Samstag 4.2.2012
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Da es sich beim ADS bzw. ADHS mit großer Wahrscheinlichkeit letztendlich um eine Stoffwechselstörung im Bereich des Neurotransmittersystems des zentralen Nervensystems handelt, sind sich heute die meisten Fachleute darüber einig, dass in ausgeprägten Fällen in erster Linie eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist. Dennoch ist die medikamentöse Behandlung mit der Substanz Methylphenidat, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, in der Fachwelt nicht unumstritten. So wird von verschiedenen Seiten beklagt, dass Methylphenidat ein Mittel zur sozialen Kontrolle darstellt und vor allem die Last von Eltern und Erziehern beim Umgang mit diesen Kindern lindern helfe. Außerdem würde den Betroffenen die Verantwortung für ihr eigenes Tun und Verhalten durch die Gabe von Pharmaka weitgehend abgenommen. In Deutschland schätzt man, dass täglich rund 50'000 Kinder mit der Substanz behandelt werden, in den USA sollen es sogar schätzungsweise 5'000'000 Kinder sein.

Das Methylphenidat wirkt im Bereich der Synapsen und verlängert dort die Wirkdauer der körpereigenen Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und eventuell auch des Serotonins. Die Funktion der nicht optimal wirkenden Neurotransmitter wird also weitgehend normalisiert.

Die Medikamentenmenge, sowie deren Wirkdauer ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und muss individuell herausgefunden werden. In einer mehrwöchigen Einstellphase der Behandlung sind bei den betroffenen Kindern Rückmeldungen bezüglich ihrer Wirkung, z.B. durch die Lehrer und Eltern, überaus wichtig.

In der letzten Zeit an Ratten durchgeführte Versuche, u.a. durch eine Arbeitsgruppe um den Göttinger Neurologen Gerald Hüther, haben gezeigt, dass die Substanz Methylphenidat bei jüngeren Ratten andere Wirkungen als bei Älteren zur Folge hat. Sofern den Tieren vor der Geschlechtsreife das Ritalin verabreicht wurde, gab es deutliche Veränderungen der Dopamin produzierenden Zellen im Gehirn. Diese Tatsache lässt es als nicht völlig unwahrscheinlich erscheinen, dass die so behandelten Kinder in späteren Jahren mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit an Parkinson erkranken könnten. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass die Ergebnisse von Tierexperimenten nur bedingt auf den Menschen übertragbar sind. Da die bisher medikamentös behandelten Kinder zur Zeit nicht älter als rund 20 Jahre alt sind, liegen natürlich dort noch keinerlei Erfahrungen vor. Das Methylphenidat wird unter den Markennamen Ritalin von der Fa. Novartis Pharma und Medikinet von der Fa. Medice vertrieben.

Neben der medikamentösen Therapie sind unbedingt zusätzliche Maßnahmen und Therapien nötig. Je nach Alter kommen dabei in Frage:
  • Aufklärung über die Krankheit in Familie und Schule
  • Beratung des Patienten sowie der Familie, vor allem Festlegen von Strukturen und festen Grenzen
  • Verhaltenstherapie, z.B. das Erlernen von neuen Verhaltensstrategien
  • regelmäßige sportliche Aktivitäten
  • Psychotherapie
Als ein vielversprechender Therapieansatz hat sich das sogenannte Kombinationstraining erwiesen. Dabei beteiligen sich Eltern, Lehrer und die betroffenen Kinder gleichermaßen an den Aktivitäten. Ganz besonders werden regelmäßige und verlässliche Tagesabläufe einstudiert, wobei dem konsequenten Verhalten in den täglichen Abläufen aller Beteiligter eine große Priorität eingeräumt wird.

Die Prognose dieser Störung ist nicht allzu gut, da die medikamentöse Therapie nur die Symptome, aber nicht die Ursachen bekämpfen kann. So geht man davon aus, dass ca. 30% der Betroffenen auch im Erwachsenenalter verhaltensauffällig bleiben und sogar rund 80% lebenslang mit Restsymptomen leben müssen.
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