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Borderline ist eine schwer verstehbare Erkrankung. Über Jahrzehnte hinweg
stritten sich Ärzte und Psychologen darüber, ob es sie überhaupt gibt. Erst die
umfangreiche Forschung der letzten 20 Jahre hat gezeigt, dass es sich bei der
Borderline-Störung um eine klar abgrenzbare psychische Erkrankung handelt,
die verbreiteter ist als gemeinhin angenommen: Etwa 100'000 Menschen sind
in der Schweiz betroffen Die Borderline-Störung tritt damit häufiger auf als
beispielsweise die Schizophrenie.
Trotzdem ist in der Öffentlichkeit über diese Erkrankung bisher erst sehr wenig
bekannt. Das mag auch daran liegen, dass Borderline für Aussenstehende
schwer einfühlbar ist: Wie kann innerhalb von Minuten aus Zuneigung Hass,
aus Freude Verzweiflung werden? Warum fügt sich jemand selbst schwerste
Verletzungen zu? Zudem wirken die Betroffenen häufig zu gesund, um als
krank zu gelten. Betroffene und Angehörige haben es deshalb schwer,
Verständnis und hilfreiche Informationen zu finden. Sie scheuen sich, über
ihre Erfahrungen zu berichten, weil Borderline heute weiterhin ein grosses
Tabuthema ist.
Lange galt die Borderline-Störung als nicht behandelbar. Inzwischen hat sich
gezeigt dass es wirkungsvolle psychiatrische und psychotherapeutische
Behandlungsmethoden gibt, die jedoch auf die Borderline-Problematik abgestimmt sein müssen. Mehr und mehr psychiatrische Kliniken und ambulante
Psychotherapeuten arbeiten nach diesen spezifischen Therapieansätzen.
Auch wenn die Borderline-Störung weiterhin eine schwer wiegende psychische
Erkrankung ist, so gibt es für Betroffene heute zahlreiche Möglichkeiten der
professionellen Hilfe und der Selbsthilfe.
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