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BORDERLINE
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Dienstag 7.2.2012
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Borderline Schirm SelbstschutzBorderline-Betroffene haben zahlreiche Möglichkeiten, um sich vor weiteren Krisen zu schützen oder ihre Symptome besser in den Griff zu bekommen. Die Selbsthilfemöglichkeiten ersetzen keine Therapie, sie sind aber häufig eine sehr wichtige Ergänzung, können vor weiteren Krisen schützen oder über Krisenzeiten hinweghelfen. Viele Betroffene nutzen beispielsweise folgende Möglichkeiten:
  • Vor weiteren Krisen kann man sich schützen, indem man seine "Abwehrkräfte" gegen psychische Krisen stärkt. Meist helfen dabei Aktivitäten, die Spass machen und ein gutes Mass an Anspannung und Entspannung bewirken. Vielen Betroffenen helfen regelmässige Gespräche mit Freunden, Spaziergänge oder bestimmte Körperübungen wie etwa Qui Gong oder Tai chi.

  • Borderline-Betroffene geraten immer wieder in sehr belastende Situationen, die für jeden Menschen extrem anstrengend wären. Meist haben sie durch eigenes Verhalten diese Situationen mit herbeigeführt. Zu verstehen, wie man sich wieder in eine schwierige Situation gebracht hat, ist sehr hilfreich, um sie in Zukunft zu vermeiden.

  • Fast alle heftigen Krisen kommen nicht aus heiterem Himmel, sondern kündigen sich vorher an. Betroffene können lernen, solche Krisenzeichen rechtzeitig zu erkennen. Verlustängste, Schlafstörungen, veränderter Tagesrhythmus, aggressives Verhalten oder zunehmende Unordnung sind nur einige solcher Veränderungen.
Auch wer sich vor weiteren Krisen zu schützen versucht, wird immer wieder in sehr heftige Gefühle geraten, aus denen es dann als einzigen Ausweg nur Selbstverletzungen oder anderes selbstschädigendes Verhalten zu geben scheint.
Aber wie ist es möglich, Zustände sehr starker Anspannung zu überwinden, ohne sich dabei selbst zu verletzen? Selbstverletzungen haben häufig die Funktion, einen sehr unangenehmen psychischen Zustand zu beenden. Starke Wut oder Dissoziationen etwa klingen durch Selbstverletzungen ab. Aber auch durch andere starke Sinnesreize ist es möglich, aus dem unangenehmen Erleben auszusteigen. Diese kann man bewusst einsetzen, anstatt sich selbst zu verletzen:

Geruch: intensive Düfte einatmen wie beispielsweise Pfefferminzöl oder Ammoniak...

Temperatur: Eiswürfel in die Hand Oder in den Mund nehmen, Cold-Hot-Packs oder kaltes Wasser auf die Haut. Mit Wärme (z.B. sehr warmes Duschen) eher vorsichtig umgehen, da es aufgrund der Schmerzunempfindlichkeit zu Verbrennungen kommen kann, aber auch beim Umgang mit Eis achtsam sein und die Haut beobachten...

Geschmack: In frischen Meerrettich beißen, scharfe Saucen in den Mund nehmen, in eine Chilischote beißen. Berührungen: beispielsweise mit Igelbällen über die Haut fahren oder Gummibänder über die Unterarme streifen und spicken lassen, wodurch es zu einem Schmerzreiz kommt...

Viele Betroffene haben sich einen sogenannten Notfallkoffer «gepackt», der Dinge enthält, die ihnen in einer Krisensituation helfen können. Darin kann der Igelball oder das Pfefferminzöl sein, aber auch andere Dinge die ablenken, Borderline Notfallkofferentspannen oder Trost bringen. Das mag ein Teddy-Bär sein, eine CD mit der Lieblingsmusik, Fotos von Freunden oder was auch immer. Alles, was hilft, ist auch meistens gut. Wichtig ist, dass sich Betroffene diese Dinge im Vorfeld tatsächlich zusammensuchen, denn in der Krisensituation ist es meist nicht mehr möglich, bewusst zu überlegen, was gerade Entlastung bringen könnte.

Neben der bisher beschriebenen ganz persönlichen Selbsthilfe ist natürlich auch die Selbsthilfe in Gruppen möglich. Erst vor kurzem haben im deutsch- sprachigen Raum Betroffene die ersten Borderline-Selbsthilfegruppen gegründet. Auch erste Gruppen für Menschen mit selbstverletzendem Verhalten gibt es mittlerweile. Da es diese Gruppen jedoch erst an wenigen Orten gibt, können bisher nur wenige Betroffene daran teilnehmen. Der Besuch einer anderen Selbsthilfegruppe kann sehr sinnvoll sein. Wer häufiger depressiv ist, kann eine Depressionsgruppe besuchen. Wer immer wieder unter starker Angst leidet, findet in einer Angst-Selbsthilfegruppen Unterstützung. Hilfreich sind für viele Betroffene auch die zahlreichen Sucht-Selbsthilfegruppen, die es fast überall gibt. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist nur dann sinnvoll, wenn man sich von der Gruppe wirklich unterstützt fühlt.
Viele Betroffene nutzen auch Borderline-Selbsthilfeforen im Internet. Dort gibt es große Portale, die Informationen, Expertenrat und auch Mailinglisten und Chatforen anbieten. Ein Austausch in Mailinglisten oder Chatforen bietet eine "Beziehung auf Distanz", was viele Borderline-Betroffene positiv erleben, da es so nicht so schnell zu den typischen Beziehungsproblemen kommen kann.
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