Weiterführende Links:
Bild btopl.jpg wurde nicht geladen
Borderline
Zum ForenbereichForum
Newsletter abonnierenNewsletter
GästebuchGästebuch
Diese Seite weiter empfehlenTell a Friend
Bild btexts.jpg wurde nicht geladen
Die richtige Hilfe finden
BORDERLINE
EinleitungGeschichte und HäufigkeitSymptome und VerlaufDiagnoseUrsachenTherapieSelbsthilfeAngehörige

GESCHICHTEN
KURZGESCHICHTE
Donnerstag 21.8.2008
FREI SEIN ? !

mehr


Lange Zeit galt die Borderline-Störung als eine kaum oder gar nicht behandelbare Erkrankung. Mittlerweile gibt es wirkungsvolle psychotherapeutische Behandlungsmethoden, die aber leider noch zu selten eingesetzt werden. Untersuchungen zeigen, dass der grösste Teil der Betroffenen die professionelle Hilfe als positiv erlebt. Sie können dank der Behandlung Symptome wie Stimmungsschwankungen, starke Wutgefühle, Selbstverletzungen oder Suizidgedanken besser kontrollieren.
Borderline ist also mittlerweile eine behandelbare Krankheit, häufig ist sie sogar gut behandelbar. Da die Borderline-Störung gewissermassen ein Teil einer Person ist, verschwindet die Problematik allerdings nicht plötzlich, auch nicht durch Therapie. Es wird jedoch möglich, die Symptomatik besser zu kontrollieren und sich ihr nicht mehr so ausgeliefert zu fühlen. Schwere Symptome wie Selbstverletzungen und Suizidversuche klingen unter der Therapie häufig sogar ganz ab.

Einen guten Therapeuten oder eine gute Klinik zu finden, ist gar nicht so einfach. Gerade bei der Borderline-Störung empfiehlt sich eine Behandlung durch eine Fachperson, die sich mit dieser Erkrankung gut auskennt. Im Idealfall hat sie sogar eine spezielle Zusatzausbildung in einer borderline-spezifischen Psychotherapiemethode. Heute gibt es vor allem zwei Verfahren, die als wirkungsvoll gelten, und zwar die "Dialektisch behaviorale Therapie" und die "Übertragungsfokussierte Psychotherapie".

Dialektisch-Behaviorale Therapie
Die Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT) ist ein hochstrukturiertes Therapieverfahren, das aus verschiedenen Bausteinen besteht. Parallel zur Einzeltherapie findet eine Gruppentherapie statt, die wiederum aus verschiedenen Gruppenelementen wie Achtsamkeitsübungen, Umgang mit Gefühlen und Förderung zwischenmenschlicher Fähigkeiten besteht. In der Einzeltherapie können aktuelle Probleme und Krisen besprochen werden, während in der Gruppentherapie die Fähigkeiten im Umgang mit der Borderline-Störung (die sogenannten Skills) trainiert werden. In bestimmten Situationen gibt es darüber hinaus die Möglichkeit von Telefonkontakten mit dem Therapeuten. Die DBT findet zumeist im stationären Rahmen statt, wird aber in einzelnen Elementen auch im ambulanten Bereich genutzt. Der Begriff Dialektisch (Auflösung von Gegensätzen) bedeutet, dass die Betroffenen in der Therapie die Schwarz-Weiss-Malerei überwinden und stattdessen lernen, dass verschiedene Ansichten gleichzeitig richtig sein können. Ausserdem bedeutet Dialektisch, dass es in der Therapie nicht nur um Veränderung geht, sondern auch darum, bestimmte Erfahrungen und Erlebnisweisen als gegeben zu akzeptieren. Mit dem Wort Behavioral wird betont, dass dieses Therapieverfahren ganz konkret am Verhalten der Betroffenen ansetzt und sich nicht in erster Linie mit dem Verstehen lebensgeschichtlicher Zusammenhänge beschäftigt.

Übertragungsfokussierte Psychotherapie
Aus der Tradition der Psychoanalyse entwickelte sich die Übertragungsfokussierte Psychotherapie. Im Gegensatz zur klassischen Psychoanalyse werden nicht frühe Beziehungen analysiert, sondern im Hier und Jetzt wer- den aktuelle Beziehungsprobleme in der Beziehung zwischen Klient und Therapeut sichtbar gemacht. Borderlinespezifische Wahrnehmungen und Verhaltensweisen können so bewusst gemacht und verändert werden. Hier soll im Verlauf der therapeutischen Behandlung ein stabiles und integriertes Selbstbild der Patientin aufgebaut werden. Gemeinsam mit dem Therapeuten arbeitet die betroffene Person zwischenmenschliche Konflikte auf. Dabei lernt sie, Teile ihrer Persönlichkeit anzunehmen, die sie bisher nicht wahrnehmen oder leben konnte. Es handelt sich um eine Einzel-Gesprächstherapie, die auf einen längeren Zeitraum ausgelegt ist.

Die Beziehung muss stimmen
Betroffene sollten sich nicht scheuen, den möglichen Therapeuten nach seinen bisherigen Erfahrungen und seiner Ausbildung in Bezug auf die Borderline- Störung zu fragen. Aber nicht nur das vom Therapeuten angewendete Verfahren entscheidet mit über den Erfolg der Therapie. Besonders wichtig ist, dass die Beziehung stimmt, sich die Betroffene dem Therapeuten offen anvertrauen kann und verstanden fühlt. Um das herauszufinden ist es manchmal notwendig, sich mehrere Therapeuten anzusehen und erst danach zu entscheiden, bei wem man sich am besten aufgehoben gefühlt hat.

Für viele Betroffene kann auch eine stationäre Psychotherapie oder eine tagesklinische Behandlung sinnvoll sein. Beide Therapien dauern mehrere Wochen oder Monate und werden von der Krankenkasse finanziert. Mittler- weile gibt es verschiedene Kliniken, die eine auf die Borderline-Störung abgestimmte Therapie anbieten. In Krisenzeiten kann auch eine psychiatrische Akutbehandlung notwendig werden, die in jeder psychiatrischen Klinik durchgeführt werden kann.

Medikamente
Es gibt keine Medikamente, die nur zur Behandlung der Borderline-Störung eingesetzt werden. Es ist allerdings durchaus möglich, einzelne Symptome durch Psychopharmaka zu reduzieren Eine mögliche Medikation hängt daher sehr stark von der gegenwärtig vorherrschenden psychischen Problematik ab. So können etwa Antidepressiva hilfreich sein, wenn der Betroffene längere Zeit unter Depressionen leidet, bei psychoseähnlichen Erlebnissen können Neuroleptika helfen. Auch andere Symptome wie Schlafstörungen oder schwere Angst können durch Medikamente mitbehandelt werden. Letztlich können damit fast alle Psychopharmaka unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein. Aufgrund der bei vielen Borderline-Betroffenen gegebenen starken Suchtneigung sollten abhängig machende Medikamente wie Benzodiazepine allerdings nur in absoluten Krisenzeiten genutzt werden. Welches Medikament im Einzelfall hilfreich ist, lässt sich in einem Gespräch mit einem Psychiater klären.
zurück zurück zum Seitenanfang weiter
 
  • Sexueller Missbrauch
  •  
  • Psychisches Trauma
  •  
  • Suizid / Selbsttötung
  • © 2003-2008 Sonja Blum   DisclaimerImpressumSiteMapNachricht an  Webmaster