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Stärker
als bei jeder anderen psychischen Störung sind von der Bulimie vor
allem Frauen betroffen und zwar sind weit über 90% der an Bulimie erkrankten
Frauen, manche Autoren sprechen sogar von 99%. Auffällig ist außerdem, dass die
Störung gehäuft in der Mittel- und Oberschicht auftritt. In der weiblichen
Bevölkerung leiden in der Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren etwa 2,5% an
Bulimie. Auch bei Frauen ohne die Diagnose Essstörungen finden sich häufig
einzelne Symptome der Bulimie: etwa 5% der weiblichen Gesamtbevölkerung
berichten, dass sie z.B. das Herbeiführen von Erbrechen und die Einnahme von
Abführmitteln einsetzen, um Gewicht zu verlieren. Die Häufigkeit der Bulimie hat
in den letzten Jahren deutlich zugenommen, zur Erklärung wird dabei häufig das
derzeit herrschende Schlankheitsideal herangezogen. Etwa 4/5 aller Patientinnen
erkranken vor dem 22. Lebensjahr, bei der Hälfte der Betroffenen geht der
Bulimie eine Anorexie voraus.
Zum
Verlauf der Bulimie ist recht wenig bekannt, da Bulimie erst seit 1980
als eigenständige Diagnose erhoben wird. Es wird davon ausgegangen, dass sich im
Krankheitsverlauf Phasen mit geringer und stark ausgeprägter Symptomatik
abwechseln. Im Durchschnitt besteht die Störung bereits 5 Jahre, ehe der erste
Behandlungsversuch unternommen wird. Das ist u.a. darauf zurückzuführen, dass
die Patienten häufig versuchen, ihre Krankheit zu verheimlichen und Vorkehrungen
treffen, damit sie auch nicht von anderen entdeckt wird. Nach einer stationären
Therapie können etwa 40% der Patientinnen als deutlich gebessert und 20% als
teilweise gebessert bezeichnet werden. Bei den übrigen 40% bleibt aber ein
Behandlungserfolg aus. Das scheint insbesondere bei Frauen der Fall zu sein, die
neben der Bulimie auch unter depressiven Symptomen oder Angststörungen leiden.
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