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Das
Hauptmerkmal der Bulimie ist das wiederholte Auftreten von Essanfällen.
Während dieser Anfälle nehmen die Betroffenen in kurzer Zeit große
Nahrungsmengen zu sich, ohne das Gefühl zu haben, die Nahrungsaufnahme
kontrollieren zu können. Es handelt sich meist um kohlenhydrat- und
kalorienreiche Speisen wie Gebäck, Schokolade, Kartoffelchips oder Pudding.
Durchschnittlich nehmen Patientinnen während eines Essanfalls 3.500 Kalorien zu
sich. Diese Anfälle treten mehrmals wöchentlich, bei manchen Patientinnen sogar
mehrmals täglich auf und dauern in der Regel etwa 1 -1,5 Stunden. Damit nicht
auffällt, welche enormen Nahrungsmengen sie verbrauchen, gehen die betroffenen
Frauen häufig in viele Supermärkte, in denen sie jeweils nur eine kleine Menge
einkaufen. Wenn nicht genügend Essen zur Verfügung steht, kann es vorkommen,
dass die Patientinnen Nahrungsreste in Mülltonnen suchen. 20% der Betroffenen
haben Ladendiebstähle begangen, um sich Nahrungsmittel zu besorgen.
Bulimische
Frauen beschäftigen sich andauernd und übertrieben mit ihrem
Gewicht, ihre Figur hat für die Patientinnen eine entscheidende Bedeutung für
ihr Selbstwertgefühl. Deshalb wird die nach dem Essanfall befürchtete
Gewichtszunahme als sehr bedrohlich erlebt und die Betroffenen greifen zu
Maßnahmen der Gewichtskontrolle. Dies geschieht meist durch das
Herbeiführen des Erbrechens oder durch die Einnahme großer Mengen von
harntreibenden oder abführenden Mitteln. Zwischen den Anfällen leben die
Patienten meist nach einer sehr strengen Diät oder betreiben übermäßig viel
Sport. Durch die Aufeinanderfolge von Fressanfällen und Diäten kommt es zu
starken Gewichtsschwankungen, im Durchschnitt liegt das Gewicht bulimischer
Patientinnen jedoch wie erwähnt im Normalbereich.
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