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Therapie
BULIMIE:
Zusammenfassung und ÜbersichtUrsachenHäufigkeit und DiagnoseSymptomeTherapieKomplikationenErfahrungsberichteLebensgeschichte: «Steffi - Gefangen in mir selbst»

GESCHICHTEN
KURZGESCHICHTE
Montag 13.10.2008
FREI SEIN ? !















Bei der Behandlung von Bulimie werden kurzfristige und langfristige Maßnahmen eingesetzt. Grundsätzlich sollte die Behandlung in einer Klinik stattfinden, wenn schwerwiegende medizinische Probleme aufgetreten sind.

Zunächst ist es unumgänglich, eine Veränderung des Essverhaltens herbeizuführen, um einer weiteren Verschlechterung der gesundheitlichen Situation entgegen zu wirken und eine Rückbildung der biologischen Funktionsstörungen zu erreichen. Diese Funktionsstörungen werden hauptsächlich durch die Mangelernährung während der Diätphasen zwischen den Heißhungeranfällen verursacht. Hauptziel des so genannten "Ernährungsmanagements" ist es deshalb, das alltägliche Essverhalten zu normalisieren. Dabei wird nicht nur auf eine ausreichende Kalorienzufuhr, sondern auch auf eine angemessene Nahrungszusammensetzung und zeitliche Verteilung der Nahrungsaufnahme geachtet. Um dies zu erreichen, wird zunächst das Essverhalten der Patientin untersucht. Danach wird die Betroffene über die biologischen und psychologischen Konsequenzen der Mangelernährung aufgeklärt. In einer abschließenden Übungsphase wird die Patientin angeleitet, ihre Nahrungsaufnahme zu strukturieren. Häufig ist beim Ernährungsmanagement eine starke Kontrolle der Patientin notwendig, da die Betroffenen sich zwar oft scheinbar auf die Ernährungsumstellung einlassen, aus Angst vor einer Gewichtszunahme aber heimlich ein Erbrechen herbeiführen. Es ist deshalb auch erfolgsversprechend, z.B. mit der Patientin auszumachen, dass sie sich für das Einhalten der Therapie selber belohnt.

Ausgehend von der Annahme, dass Bulimie Ausdruck einer tieferliegenden Ursache, wie z.B. eines mangelnden Selbstwertgefühls ist, erscheint es notwendig, dass die Behandlung sich nicht allein auf die Normalisierung der Symptomatik, d.h. des Essverhaltens, und der ernährungsbedingten Verfassung beschränkt. Wichtig ist es auch, den Betroffenen zu helfen, sich von einer Gewöhnung an ihr krankhaftes Verhalten zu lösen. Zur langfristigen Behandlung der Bulimie werden verschiedene Methoden angewandt:
Kognitiv-verhaltenstherapeutische Methoden

Da angenommen wird, dass im Laufe der Erkrankung das Erbrechen als eine Art der Problemlösung erlernt worden ist, um die Angst vor dem Dickwerden zu bewältigen, wird versucht, diesen Lernprozess zu durchbrechen. Die Patientin soll erfahren, dass nach der Nahrungsaufnahme die Angst vor Gewichtszunahme abnimmt, auch wenn sie am Erbrechen gehindert wird. Darüber hinaus wird in der Therapie gemeinsam mit der Patientin untersucht, welche irrationalen Annahmen ihrem Verhalten zugrunde liegen und versucht, diese zu verändern. So kann z.B. die Überzeugung, nur liebenswert zu sein, wenn man schlank ist, ein Motiv für die strikte Gewichtskontrolle sein. In diesem Fall könnte mit der Patientin erarbeitet werden, welche anderen Eigenschaften einen Menschen liebenswürdig machen, bzw. wie die Patientin weniger davon abhängig werden könnte, von anderen liebenswürdig gefunden zu werden.
Problemlösungsstrategien

Aufgrund der Tatsache, dass Ess- und Brechanfälle bei bulimischen Frauen häufig nach Belastungssituationen auftreten, werden bei der Therapie mit der Patientin andere Bewältigungsstrategien im Umgang mit Stress und Problemen eingeübt. Dazu wird z.B. die Betroffene in eine Situation gebracht, die normalerweise einen Essanfall auslöst. Sie wird dann aber daran gehindert, dass dieser tatsächlich auftritt und aufgefordert, anderes Bewältigungsverhalten, z.B. eine Entspannung, auszuführen.
Familientherapie

Um Störungen in der Familie anzugehen, aber auch um den Familienmitgliedern den Umgang mit der Erkrankung der Patientin zu erleichtern, werden bei der Behandlung auch die Angehörigen der Betroffenen mit einbezogen. Gemeinsam soll festgestellt werden, welche Faktoren zur Aufrechterhaltung der Bulimie beitragen und dann beispielsweise ein angemessener Umgang mit Konflikten eingeübt.
Gestaltungstherapie

Bei der Mal- oder Musiktherapie soll es der Patientin ermöglicht werden, Gefühle und Konflikte auszudrücken, die sie vielleicht nicht direkt mitteilen möchte oder kann. So kann ein von der Betroffenen gemaltes Bild für den Therapeuten einen wichtigen Zugang zu dem Erleben der Patientin bedeuten. Diese Verfahren werden selten allein eingesetzt, sondern dienen zur Ergänzung anderer Therapiemaßnahmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei der Therapie von Bulimie, schon allein um chronischen Gesundheitsschäden vorzubeugen, zunächst das gestörte Essverhalten angegangen werden muss, ein langfristiger Therapieerfolg aber nur zu erwarten ist, wenn auch die der Störung zugrunde liegenden Faktoren behandelt werden. Dabei nimmt die Verbesserung des schlechten Selbstwertgefühls und der angemessene Umgang mit Problemen einen zentralen Stellenwert ein.
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