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Welche Arten von Depressionen gibt es und wie verlaufen sie?
DEPRESSION
DefinitionUrsachenSymptomeEinteilung und VerlaufSuizidgefahrBehandlungErfahrungsberichtDie dunkle InselLebensgeschichte: «Selbstmord oder neues Leben?»

GESCHICHTEN
KURZGESCHICHTE
Donnerstag 21.8.2008
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Wie andere Krankheiten (z.B. Herzkrankheiten) kommen auch Depressionen in ganz unterschiedlichen Arten und Schweregraden vor. Während man früher zwischen «endogenen» (= von innen kommenden, vererbten) und "psychogenen" (= erworbenen) Formen unterschied, gehen die heutigen Bezeichnungen beschreibend vor, ohne sich jeweils auf eine einzelne Ursache festzulegen. Die hier beschriebenen Formen variieren von Mensch zu Mensch bezüglich Schweregrad und Verlauf.

a)Depressive Episode (Major Depression)
Depressive Episoden können einmalig oder wiederholt auftreten. Sie sind bei weitem die häufigste Form depressiven Leidens. Je nach Anzahl Symptome (vgl. Kapitel Symptome) und Beeinträchtigung bei der Bewältigung des Alltages werden leichte bis schwere Zustände unterschieden.
EineHerbst Blätter einzelne depressive Episode dauert unbehandelt sehr unterschiedlich lange, im Mittel jedoch ca. vier Monate, die Mehrzahl der Betroffenen ist danach wieder vollständig beschwerdefrei. Die erste depressive Episode beginnt gewöhnlich Mitte zwanzig, kann aber in jedem Alter auftreten und folgt häufig einer schweren Belastung.
In seltenen Fällen treten die depressiven Episoden nur in den Herbst- und Wintermonaten auf. Nach spontanem Verschwinden der Symptome im Frühling folgt in der Regel eine unbeschwerte Sommerzeit. Oftmals sind diese saisonal auftretenden Depressionen geprägt von vermehrtem Schlafbedürfnis, Heisshunger und Gewichtszunahme. Diese Depressionsform spricht in der Regel gut auf eine Lichttherapie an.

b)Depressive Persönlichkeit (Dysthymie)
Hierbei handelt es sich um eine leichtere, aber lang anhaltende Depressionsform, die meist schon in der Jugend auftritt. Man spricht deshalb von einer depressiven Neurose oder depressiven Persönlichkeit. Die Beschwerden sind hier so sehr Teil des Alltagserlebens, dass Betroffene ihr Leiden oftmals nicht als Depression erkennen und angeben, es sei «schon immer» so gewesen. Gelegentlich erleben depressive Persönlichkeiten zusätzlich auch eine depressive Episode.
c)Manisch-depressive Krankheit (bipolare affektive Störung)
Eine spezielle Depressionsvariante ist die manisch-depressive Krankheit. auch bipolare affektive Störung genannt. Im Unterschied zu den häufigeren rein depressiven Episoden treten hier manische und depressive Episoden auf (vgl. Symptomliste S 4). Der Wechsel zwischen den einzelnen Zuständen kann schleichend oder sehr dramatisch erfolgen und zeigt bei einer Person oft ein typisches Muster. In der Regel klingen manische und depressive Episoden weitgehend oder vollständig ab, ohne die Betroffenen in ihrer Lebensführung weiterhin zu beeinträchtigen. Die Wahrscheinlichkeit. irgendwann einen Rückfall zu erleiden, ist mit ca. 90% aber sehr hoch. Im Unterschied zu reinen depressiven Episoden sind beide Geschlechter etwa gleich häufig betroffen. Neben persönlicher Verletzlichkeit gehen v. a. Zeitumstellungen, Schlaflosigkeit und bei Frauen eine Geburt mit einer erhöhten Rückfallgefährdung einher. Manische Episoden führen oftmals zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Sozialverhaltens und des Urteilsvermögens.
Manisch erkrankte Menschen sind überaktiv und neigen zu heftigen Gefühlsausbrüchen, Worte und Gedanken folgen Schlag auf Schlag, das Schlafbedürfnis ist extrem reduziert. Sie überschätzen sich selbst und gefährden sich und ihre Familie durch teure und sinnlose Geschäftsabschlüsse.
Auf Korrekturversuche der Umgebung reagieren sie meist verständnislos oder gereizt und gelegentlich auch mit Aggressivität, woraus Beziehungen eine ernste Gefährdung erwächst. Nach dem Abklingen der Manie fallen die Betroffenen nicht selten in ein depressives Loch, in welchem sie dann von schweren Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen über das vorherige Verhalten geplagt werden. Eine unbehandelte manische Phase dauert sehr unterschiedlich lange. durchschnittlich etwa vier Monate.
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