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Vor zwei Jahren noch stand es für mich fest. Ich studiere Psychologie. Ich werde eine Weile brauchen bis ich einen Studienplatz habe, aber was soll's. Mit dieser Überlegung bewarb ich mich bei vielen Universitäten und wurde, wie es zu erwarten war, abgelehnt.
Nebenbei las ich viele Bücher zum Thema, studierte Freud und seine Kollegen. Je mehr ich aber lass, desto weniger überzeugten mich die Ideen und Seelenmodelle. Ist die menschliche Seele nur ein Etwas, was mit Statistiken zu bestimmen ist? Sind unsere Gedanken eine Reihe von elektrischen Impulsen? Gibt es da nicht mehr.
Schon bald war ich nicht mehr sicher und fing an in der Bibel zu lesen. Noch hinzu kam das Gefühl, da ist jemand der will etwas von dir. Eine Art emotionale Gotteserfahrung. Das nächste Semester war nicht mehr weit entfernt und noch immer war ich nicht sicher was richtig ist. Theologie - Psychologie? Gott - Seelenmodel? Markus - Freud? Ich wusste es nicht.
Die Lösung des Problems kam erst einige Wochen später. Kurz vor Anmeldeschluss der Unis. Ich überlegte mir einfach: Wenn es einen Gott gibt, wird er wissen was das Beste für mich ist. Und ich fragte ihn: Was soll ich studieren, welchen Weg soll ich gehen?
Die Antwort kam schneller als erwartet, nämlich schon am nächsten Tag. Ich wurde durch ein grausames Zwitschern geweckt. Vor meinem Fenster lag ein abgestürzter Vogel in seinem Todeskampf. Ich musste ungefähr 5 Minuten zuschauen bevor er starb. In meinen Kopf schwirrten lauter wirre Fragen umher: Was machst du wenn jemand stirbt der dir wichtig ist? Willst du dein Leben lang die Freudschen Trauerregeln durchgehen? Willst du wirklich Menschen helfen, indem du mit ihnen redest, ihnen aber keine Alternative bietest?
Was soll ich sagen, seit zwei Jahren lebe ich nun schon mit Gott. Und seit einem Jahr studiere ich die Bibel und alles was so zu ihr dazu gehört. Und oft wenn ich einen Vogel sehe oder höre, danke ich Gott, dass er einen Teil seiner Schöpfung sterben lassen hat um mir den richtigen Weg zu weisen.
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