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Ana
Bittere Tränen, leuchtende Hoffnung
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KURZGESCHICHTE
Mittwoch 7.1.2009
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predigte gleiche Rechte für Reiche und Arme, bessere Arbeitsbedingungen, den Fall des dreckigen Kapitalismus und des Materialismus, der die Reichen reicher und die Armen ärmer macht. Es war eine gerechte Verteilung von Geld und Besitz nötig.

Marx' Denken veränderte auch die religiösen Erfahrungen im Land. Die Dominikanische Republik ist hauptsächlich römisch-katholisch und Marx zeigte die traurige Korruption der Kirche auf. Er predigte: "Religion ist Opium für das Volk", und wurde ein Friedensstifter für die ungebildeten Armen. Auch Ana war römisch-katholisch. Schon als Kind wusste sie: Es gibt einen Gott, der sich um die Menschen und auch um mich kümmert! Sie kannte ihn nicht und wusste auch nicht, wie sie ihn erreichen konnte, obwohl sie fühlte, dass er irgendwo sein musste. In der Periode ihres Lebens, in der ihr politisches Bewusstsein wuchs, verschwand gleichzeitig jeder Gedanke an Gott. Durch Marx' Prinzipien wurde sie eine Atheistin.

Ana wurde von ihrem neuen sozialen Bewusstsein ganz und gar in Anspruch genommen. Sie sah, wie ihr Leben und ihre Entwicklung durch die Armut gekennzeichnet waren und lehnte sich gegen die Unterdrückung der Frauen in ihrer von Männern beherrschten Kultur auf. Ana wusste, worüber sie redete und wofür sie kämpfte, immerhin gehörte sie in ihrem Land zu der Gruppe von Frauen mit den wenigsten Möglichkeiten. Die späten 1960er waren geprägt von großen politischen Unruhen. Auch Ana demonstrierte für soziale Veränderungen durch den Marxismus. Die Herrscher lehnten den Marxismus als Fessel für den Staat ab und reagierten mit Gewalt gegen die Dernonstrationen. Für Ana hatte das zur Folge, dass sie für eine Woche irn Gefängnis landete. Am ersten Tag Ihrer Gefangenschaft wurde sie schlecht behandelt, aber für den Rest der Woche ließ man sie in Ruhe und sie konnte, zusammen mit den Mitgefangenen, auf ihre Freiheit warten.

Im Lauf der Zeit schlich sich in Bezug auf die politischen Aktivitäten eine gewisse Ermüdung ein. Aber aus dem schüchternen jungen Mädchen war eine junge Frau geworden, die gegen Armut und Gewalt rebellierte. Auf einmal wurde sie ehrgeizig und wollte etwas aus ihrern Leben machen. Sie musste weiterkommen, auch wenn es nur für die Zukunft der Kinder war.
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