| mit 49cm auf die Welt gekommen war. Besonders der Kopfumfang gab Anlass zur Sorge, da sich ein Microcephalus negativ auf die Entwicklung des Gehirns hätte auswirken können. Doch eine Augenuntersuchung, die Auskunft über den Druck im Augenhintergrund gab, beruhigte uns: Auch hier war alles in Ordnung. So überstanden wir die nächsten Jahre mit Hoffen und Bangen, denn ihr Größenwachstum ließ bedenklich zu wünschen übrig. Ihre um zweidreiviertel Jahre jüngere Schwester wurde, als sie drei und Annika bald sechs war, öfter für ihre Zwillingsschwester gehalten.
Nun war ich mit den Nerven ziemlich am Ende: Annika mochte fast nichts essen, denn ihr kleiner Körper benötigte nur ganz wenig, schlief nach wie vor sehr schlecht, spielte nicht alleine, wollte nicht gehen, sondern nur getragen werden, hatte oft Durchfall und wuchs viel zu langsam. Immer öfter fragte ich mich: "Was machst du falsch?". Allerdings sah ich an ihrer Schwester, dass es nicht nur an unserer Erziehung liegen konnte, denn Miriam war von Anfang an viel ausgeglichener und unkomplizierter. Und außerdem lag sie im Wachstum immer genau im Mittelfeld. Wie erleichtert war ich, denn nun dachte ich, dass es nicht an unserem Drogenkonsum liegen konnte. Denn damit war noch immer nicht Schluss.
Obwohl ich mir jeden Morgen schwor: "Heute Abend rauchst du nichts!", gelang es mir nie, diesen Vorsatz wahr zu machen. Je näher der Abend rückte, desto mehr dachte ich daran, wie gemütlich und entspannend es wird, wenn Sigi heimkommt, die Kinder im Bett liegen und wir unseren Joint genießen würden. Denn schließlich hatten wir ihn uns nach einem anstrengenden Tag auch verdient! So verdreht waren meine Gedanken bereits zu dieser Zeit. Heute weiß ich, dass es Sünde ist, sich zu berauschen, denn die Bibel sagt: "Du aber sei nüchtern in allem!", oder "Werdet rechtschaffen nüchtern und sündigt nicht." | zurück | Seite: 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 Index | weiter  |
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