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Georg Pfurtscheller
Ein Tiroler in Wien
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KURZGESCHICHTE
Freitag 21.11.2008
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Die Volksschuljahre
Ich besuchte 8 Jahre die Volksschule. Eine Hauptschule gab es damals bei uns noch nicht. Von der ersten bis zur dritten Schulstufe waren alle Schüler gemeinsam in einem Klassenzimmer. Ich hatte eine sehr nette und liebenswürdige Lehrerin. Ich weiß nicht, wie sie es schaffte, mit drei Schulstufen mit insgesamt ca. 40 Schüler/Innen zurechtzukommen. Lesen, Schreiben und Rechnen habe ich aber trotzdem von ihr gelernt. Die vierte bis achte Schulstufe war wieder gemeinsam in einem Klassenzimmer. Der Lehrer war sehr streng. Es wurde viel wiederholt. Was ich damals lernte, prägte sich dadurch tief in mein Gedächtnis ein. Ich erinnere mich noch gut an den Spruch über der Eingangstür unseres Klassenzimmers:
    "Du lernst nicht für die Schule, sondern für dein Leben".
Ich ging gerne zur Schule. Mit dem Lernen hatte ich überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil, ich wurde oft gelobt und hervorgehoben aufgrund meiner sehr guten Schulleistungen. Das war gut für mein Selbstwertgefühl.

Am Ende der Pflichtschule musste ich eine Berufswahl treffen. Gärtner hätte mich sehr interessiert. Die Arbeitsmöglichkeiten wären jedoch minimal gewesen. Ich wollte ja ein gutes Einkommen, eine Familie und Kinder haben und einmal ein Haus bauen. So entschied ich mich für die Handelsschule, um später in einem Büro zu arbeiten. Zwei meiner Brüder waren bereits im Internat im Gymnasium Stift Stams. Ich ging 1970 nach Innsbruck in ein Schüler-, Lehrlings- und Studentenheim, weil die tägliche Heimfahrt nicht möglich gewesen wäre.

Meine Eltern mussten für die Kosten selbst aufkommen. Unterstützungen wie Stipendien gab es damals noch nicht. Erst ab 1973 erhielten wir Unterstützung. Dafür, dass mir meine Eltern diese Ausbildung ermöglichten, bin ich ihnen noch heute dankbar. Aus keiner mir bekannten Familie im Stubaital haben damals drei Kinder gleichzeitig eine höhere Schule besucht.
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