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Georg Pfurtscheller
Ein Tiroler in Wien
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KURZGESCHICHTE
Mittwoch 7.1.2009
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Der religiöse Hintergrund
Von frühester Kindheit an war die römisch-katholische Religion ein fester Bestandteil meines Lebens. Jeden Sonntag musste ich in die Kirche gehen und mich fast 1 Stunde ruhig verhalten. Kein Fragen, kein Aufbegehren, wurde geduldet! Die Bibel kannte ich nicht, wir hatten nicht einmal eine. An keine Predigt in der Kirche kann ich mich bewusst erinnern. Außer dem Gottesdienst Sonntag vormittags gab es noch die Maiandachten in der Kapelle unseres Dorfes. Sie waren immer an den Abenden der Mai-Sonntage, genau zu der Zeit als im Fernsehen Sportsendungen übertragen wurden. Unser Nachbar hatte zu der Zeit als einer der ersten in unserer Gegend einen Fernseher. Viel lieber hätte ich die Sportnachrichten im Fernseher verfolgt als in der Kapelle zu sitzen und Rosenkranz zu beten. Die angenehmsten religiösen Erinnerungen waren die feierlichen Mitternachtsmetten am Weihnachtsabend. Gemeinsam stapften wir manchmal mit selbst hergestellten Pechfackeln in der Hand zur nächsten Kirche taleinwärts durch den vielen Schnee. Noch heute höre ich das Knirschen des tiefgefrorenen Schnees.

Das ganze religiöse Leben war für mich Gewohnheit, Tradition und gesellschaftlicher Zwang.

Die Existenz eines Gottes zweifelte ich dennoch nie an. Angesichts der Schöpfung war mir klar, es muss jemanden geben, der das alles geschaffen hat. Jedoch war er ein strenger Gott, der zu fürchten und zu respektieren ist. Er war unnahbar, unpersönlich und sehr weit entfernt. Ein einziges Mal kann ich mich erinnern, dass Gott für mich real war. Auf dem Nachhauseweg von der Schule sprach ich mit eigenen Worten zu Jesus. Ich empfand ein seltsames Gefühl seiner Gegenwart. Diese Erfahrung war natürlich subjektiv.

Wenn ich bereits als Kind an die Ewigkeit dachte, hatte ich immer ein ungutes Gefühl und Angst. Ich wusste, dass ich die 10 Gebote übertreten hatte. Würde es für den Himmel ausreichen? Könnte ich so viele gute Werke tun? Was ist, wenn es zu wenig wäre? Würde mir Gott trotzdem gnädig sein? So versuchte ich, im großen und ganzen die Gebote zu halten, was
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