| Mit meinem damaligen Freundeskreis war ich sehr engagiert in der JuBla. Wir organisierten unter anderem Kinderlager und verbrachten eine wunderbare Zeit miteinander! Meistens kochte meine Mutter in diesen Lagern und auch mein Vater war mit dabei. Ich verbrachte eigentlich meine gesamte Freizeit in dieser Pfarrei.
Im November 1990 starb mein Vater eines Nachts völlig unerwartet an Herzversagen. Es war ein Schock, denn mit ihm verloren wir gewissermassen das Herz der Familie. Durch seine Art hatte er die Familie massgeblich geprägt. Meine Mutter wurde durch den Verlust abhängig von Alkohol und Tabletten. Unbewusst beschlossen wir Geschwister, dass wir noch mehr zusammen halten und für uns selber sorgen mussten.
Im 1994 wurde die JuBla wegen unüberwindbaren Differenzen durch den Kirchgemeinderat aufgelöst und es kam zum Bruch mit "meiner" Pfarrgemeinde und dem Vikar. Ich verlor dadurch quasi meine zweite Familie, was mir sehr zu schaffen machte.
In dieser Zeit erlebte ich zum ersten Mal eine Panikattacke. Von da an änderte sich mein Leben schlagartig. In der ersten Zeit konnte ich nicht mehr alleine sein, in kein Restaurant oder Kino mehr gehen. Auch Autofahren, Bus - oder Zugfahren lag nicht mehr drin. Ich fühlte mich nur noch Zuhause wohl.
Ersatzfamilie Die Angst hatte mich im Griff. Da ich aber immer viel mit Freunden unternommen hatte und an jeder "Hundsverlochete" dabei gewesen war, konnten meine Kollegen die abrupte Veränderung nicht verstehen. Ich konnte ihnen nicht erklären, was mit mir los war, verstand ich es doch selber nicht. Mein Arzt hatte schnell begriffen worum es ging und schickte mich zu einer Psychologin. Eine intensive Therapie lehrte mich mit den Gegebenheiten umzugehen. | zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Index | weiter  |
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