| davon und fürchte mich vor jedem Polizisten. Dieses Gefühl, dass jederzeit jemand kommen und mich holen kann, ist mit extremen Ohnmachtgefühlen verbunden. Ich gestand sofort alles.
Zusätzlich erhielt ich (als einzige von uns vieren) die fristlose Kündigung meines Arbeitgebers.
Zweite Chance Nach der U-Haft konnte ich wieder nach Hause gehen. Wir waren froh, dass wir gefasst worden waren, es war wie ein Eingreifen von Gott. Wer weiss, wie es sonst weitergegangen wäre. Thomas und ich waren uns einig, dass wir nun unser Leben in den Griff bekommen konnten. Wir waren entschlossen nochmals neu zu beginnen. Zusammen (auch mit den Geschwistern) gingen wir zur Psychologin um herauszufinden, wie es soweit kommen konnte. Wir konnten unsere Scheinwelt, in der wir gelebt hatten, entlarven.
Lange hatte ich keine Arbeit, machte dann eine Ausbildung zur Spielgruppenleiterin und machte bei uns Zuhause eine Spielgruppe auf. Auch dank einer Schuldenberatung bekamen wir unser Leben langsam wieder in den Griff.
Zerbruch Nach dem Tod meines Vaters habe ich die Idee entwickelt, dass mir nichts mehr passieren könne, ich hätte ja schon etwas Schlimmes erlebt. Doch es kam anders. Am 19. Mai 1999 verursachte Thomas infolge einer Hirnblutung einen Verkehrsunfall und starb wenige Stunden danach. Wie betäubt musste ich mich nach sieben Jahren sehr schöner Beziehung von ihm verabschieden.
Nach diesen schweren Stunden im Inselspital war mein einziges Bedürfnis, sofort nach Hause zu gehen und Thomas alles zu erzählen... doch der, zu dem ich mit meinem Schmerz gehen wollte, war nicht mehr da. | zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Index | weiter  |
|
|