|
war ich aber auch geprägt durch ein katholisches Elternhaus, wo es z.B. üblich war, sonntags in die Kirche zu gehen
und sogar bei Maiandachten, Kreuzwegen und manchem Rosenkranzgebet dabei zu sein. So hatte ich nie ein Problem zu glauben, dass ein Gott existieren
müsse, da für mich die Erde und das komplizierte Leben auf ihr nicht durch Zufall aus dem Nichts aufgetaucht sein konnten. Andererseits wurde ich aber
verunsichert durch die in den Schulen gelehrte Evolutionstheorie, die als wissenschaftlich abgesichert galt und ohne Gott auszukommen schien. Das postulierte
Überleben des Besseren und Stärkeren kam natürlich auch ganz meinem Ego entgegen, wenn ich Freude daran verspürte, in der Schule besser abzuschneiden
als andere, mit dem Motorrad schneller als meine Freunde um die Kurve zu fahren, oder im Sport immer unter den Ersten dabei sein zu können.
Unser Nachbar, der mit seinem Skibob Rennen fuhr, lud mich eines Tages ein, es auch zu versuchen. Da ich
recht schnell damit zurechtkam, begann ich ebenfalls Rennen zu fahren, und bald stellten sich auch die ersten Erfolge ein. Mit Hilfe von Freunden baute ich mir
eine Eigenkonstruktion, die technisch überlegen war, sodass ich es bis zum Landesmeistertitel brachte. Pokale und Medaillen stapelten sich zuhause und man
würde meinen, dass ich damals der glücklichste Mensch hätte sein müssen. Aber dem war nicht so.
Fehlanzeige
Warum war dies nicht der wahre Sinn meines Lebens?
Zuerst war es die Tatsache, dass die nach außen hin glatte Fassade eines erfolgreichen Menschen bei
genauerem Hinsehen einige Risse aufzuweisen hatte. So merkte ich im Laufe der Zeit immer deutlicher, dass mein Leben mit den moralischen Ansprüchen, die
ich z.B. aus den Zehn Geboten kannte und die ich selbst auch als richtig empfand, keinesfalls übereinstimmte. Dabei dachte ich anfänglich, es auch auf diesem
Gebiet besser als andere machen zu können.
| zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Index | weiter  |
|
|