| gehörte für mich in den Nebel hinein, in dem ich mich nicht zu weit hineinwagen durfte. Gott war für mich nichts Bodenständiges. Die Zeit verflog, unsere Freundschaft blieb, ohne dass sich in meiner Lebenseinstellung etwas Grundsätzliches geändert hatte. Ich muss sagen, dass mir diese Freundschaft sehr viel bedeutet hat, denn er war für mich der Mensch, der mehr über das Leben nachdachte als die meisten meiner guten Freunde und Bekannten. Bei Franz spürte ich, dass er tiefer in das Leben blickte und er glaubte auch an das Gute, nur: Das Gute war bei ihm Gott... Vier Jahre sollten wir gemeinsam studieren. Ich lebte ein ausgelassenes Leben. Meine Lebensphilosophie gab mir immer wieder Kraft, nicht am Leben zu verzagen. Der Glaube, das Gute im Menschen zu finden, war immer noch stark. Ich war zwar traurig über die vielen menschlichen Enttäuschungen und das Böse in dieser Welt, doch aufgeben wollte ich noch nicht. Ich fühlte mich nur leer und schwach in solchen Situationen. Aufgrund der Mehrfachbelastung durch Studium, Sport, persönlichen Schwierigkeiten als auch Enttäuschungen habe ich mich kurz darauf vom Leistungssport verabschiedet.
Dann zog ich nach Paris, um auf einer Elite-Universität weiter zu studieren. Während meines Aufenthalts versuchte ich von den Vorzügen dieser Stadt auch etwas abzubekommen. Das Suchen nach "Mehr" in dem großen "Meer" dieser Stadt klang wie ein Abenteuer in meinem Herzen. Gleichzeitig war mir bewusst, dass diese scheinbaren Vorzüge trügerisch waren und irgendwie keinen Sinn offenbarten. Franz und ich schrieben uns in dieser Zeit gelegentlich ein paar E-Mails. Das Studium dort konnte mir auch nicht den absoluten Frieden in mein Herz geben. Ich dachte an die Zeit zurück, als ich große Erfolge im Karate feiern konnte, an das gute Gefühl zu siegen und an die Anerkennung. Das Uni-Leben und die Arbeitswelt erschienen mir im Vergleich dazu so trostlos. Ich entschied mich daraufhin, nach meinem Abschluss in Frankreich, nach Deutschland zurückzukehren, um bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr ganz in den Leistungssport einzusteigen. Nach über zwei Jahren begann ich 1997 wieder vereinzelt mit dem Karatetraining. | zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 Index | weiter  |
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