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Auf einmal hatten sie mich eingekreist und hielten mich an den Armen und Beinen fest und zogen mir mein T-Shirt hoch. Ich schrie so laut ich konnte, und schließlich kam meine Mutter rein und sie ließen mich los. Ich ging auf mein Zimmer, meine Mutter erwähnte den Vorfall nie wieder, noch hakte sie nach, ob so was öfters vorkäme.
Natürlich erzählte ich auch sonst niemand davon, was sonst noch so ein- zweimal die Woche passierte, wenn meine Eltern weg waren (oder auch nicht).
Einerseits hatte ich ja die Erfahrung gemacht, dass sich eigentlich niemand darum kümmerte, dass ich ständig geschlagen wurde.
Und dass ich geschlagen wurde, wusste jeder, der wusste, dass ich einen Bruder hatte. Meine Freunde, meine Familie, alle schwiegen.
Wenn mich jemand drauf ansprach, warum mein Schienbein schon wieder voll blauer Flecken war, suchte ich keine Ausrede. Ich beschuldigte meinen Bruder öffentlich. Ich gab öffentlich zu, dass ich ihn hasste.
Aber das ich verprügelt wurde, war wohl offensichtlich niemandem brisant genug.
Außerdem hatte ich Angst davor, dass alles nur noch schlimmer werden würde.
Und ich schämte mich dafür und gab mir selbst die Schuld für alles.
Eigentlich war ich schon irgendwo aufgeklärt und wusste, dass das alles nicht sein durfte. Und ich wusste auch, dass man zu fremden Männern nicht ins Auto steigen darf und nie Geschenke von Unbekannten annimmt, etc...
Für mich war das aber alles die \"der große böse unbekannte Mann\" - Schublade. Ich rannte sogar weg, wenn man mich nur nach dem Weg fragte.
Aber das solche Sachen auch daheim passierten, das wurde leider totgeschwiegen... Ich konnte das damals einfach nicht eindeutig als etwas Falsches, Schlechtes einordnen, auch wenn ich es nicht wollte, und mich dagegen wehrte.
So mit elf, zwölf hatte ich dann aufgegeben. Ich hatte gelernt, dass es zwecklos war, mich zu wehren, und dass es umso schneller vorbei ging, wenn ich es einfach über mich ergehen lassen würde.
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