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Was nicht heißt, dass von da an alles gut war.
Es ist jetzt ca. vier Jahre her, dass es vorbei ist. Und es gibt noch sehr viel aufzuarbeiten. Meine Seele blutet noch immer. Ich habe noch immer Angst im Dunkeln. Ich misstraue Männern. Ich lass niemand an mich ran. Die wenigsten wissen alles über mich. Ich denke, ich müsste Erwartungen gerecht werden und immer gut drauf sein. In Konfliktsituationen würde ich am liebsten weglaufen oder unter dem Tisch versinken. Wenn ich verletzt, enttäuscht, überfordert oder wütend auf mich selbst bin, dann verletzte ich mich selbst. Ich kratze mich blutig, ich schneide mich, ich schlage meinen Kopf gegen den Boden. Oder ich überfresse mich, habe ein schlechtes Gewissen und kotze alles wieder raus. Ich bin oft depressiv. Meine armen Lehrer müssen unter meinen Launen leiden.
Aber: Es geht aufwärts. Ich rede bewusst mit meinem Freund über Flashbacks. Ich male Bilder, schreibe oder mache Sport, wenn es mir schlecht geht, statt meine Aggression gegen mich oder andere zu richten.
Ich habe meinem Bruder vergeben. Denn Gott hat allen Menschen vergeben. Wer bin ich, dass ich die Menschen klassifizieren könnte? Meinen Bruder straft sein Gewissen bestimmt genug.
Ich versuche, die Vergangenheit nicht als das Heute anzusehen. Denn ich bin nicht mehr, was ich früher war.
Ich habe mich dazu entschlossen, in Seelsorge zu gehen. Einfach, weil ich es alleine eben doch nicht auf die Reihe kriege(n muss). Weil ich weiterkommen will, statt mich in Suchtkreisläufe und Verhaltensmuster zu verstricken.
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