| Diese auszugeben brauchte, konnten wir es uns leisten bei der Sparkasse einen Kredit aufzunehmen, um uns unser erstes neueres Auto zu kaufen.
Ich schloss mich einer Selbsthilfegruppe des Blauen Kreuzes an. Dort hörte ich von Dingen wie: Jesus macht frei, nicht nur von der Sucht Alkohol, sondern auch frei von der Sünde - Glaube an Gott und die Bibel - und Jesus liebt Dich. Aber mich interessierten nur die Gespräche mit den anderen Alkoholikern vor der Blau-Kreuz-Stunde und nachher. Während der Stunde das Gerede über Jesus interessierte mich nicht die Bohne. "Noch nicht".
Ein viertel Jahr, nach Beendigung der Kur, kam es dann knüppeldick. Die Kriminalpolizei teilte uns mit, dass das Auto, welches wir uns gekauft hatten, ein gestohlener Wagen aus Iserlohn sei. Der Autohändler wurde zwar verhaftet, wir aber mussten das schöne Auto wieder abgeben, da man ja an Gestohlenem kein Eigentum erwerben kann. Vom Gericht wurde der Autohändler verurteilt uns den Schaden zu ersetzen. Da dieser aber kein Geld hatte und den Offenbarungseid ablegte, gingen wir notgedrungen leer aus. Jetzt hatten wir kein Auto mehr und mussten trotzdem den Kredit weiterbezahlen. Ein neuerlicher alter fahrbarer Untersatz war nur noch durch eine Kontoüberziehung zu finanzieren. Da zu diesem Zeitpunkt meine Frau das zweite Mal schwanger war, mussten wir auch noch zwecks größerer Wohnung umziehen. Der große Kredit, dass Konto überzogen, der finanzielle Abstieg war nicht mehr aufzuhalten. Eine Zeit der Entbehrungen begann. Die Nerven lagen blank und wir drohten ins Uferlose zu fallen.
Ich war auf der Suche nach irgend einem Halt, nach festem Boden unter den Füßen. In dieser Zeit bestellte ich mir gleichzeitig die Bibel und zwei okkulte Bücher. Außerdem besuchten mich die Zeugen Jehova in kurzer Zeit gleich fünfmal. Ich arbeitete 50 bis 70 Überstunden im Monat und trotzdem konnten wir uns nur so gerade über Wasser halten. Dieser finanziellen und psychischen Situation war ich nicht mehr gewachsen. Der Tag X war gekommen. Ich sah keinen Sinn mehr darin der täglichen Arbeit nachzugehen. Da meldete sich ein alter Bekannter bei mir. "Mein Freund Alkohol". | zurück | Seite: 1 2 3 4 5 Index | weiter  |
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