| Obwohl ich in einem christlichen Land lebe, in der katholischen Kirche getauft und einige Zeit Religionsunterricht genossen hatte, ist es für mich keine Selbstverständlichkeit, dass ich mich heute bewusst 'Christ' nenne. Es gab eine Zeit, da war ich ganz anderer Meinung:
Wie erwähnt, wuchs ich in einem (dem Namen nach) katholischen Elternhaus auf. Als Teenie war ich ein begeisterter Beatles-Fan. Es gab wohl keine LP die ich nicht hatte. Ich kaufte auch jedes Heftli mit einem Artikel über die Vier, schnitt diese aus und klebte alles fein säuberlich ein. Nebst der Schule und Sport war vor allem das Musikhören die Welt in der ich aufging. Ein Interesse für Religion hatte ich nie gehabt. So zog ich auch schon jung die Konsequenzen und liess mich mit dreizehn vom Religionsunterricht dispensieren. Ich suchte etwas ganz anderes. Musik hören, mit Freunden stundenlange Diskussionen und Dialoge führen, durch die Wälder streifen, Lagerfeuerromantik und ähnliche Dinge zogen mich viel mehr in den Bann! Vieles von diesem teilte ich mit meinem besten Freund "Güscht". Zusammen gründeten wir einen Beatles-Fan-Club, der allerdings nie über vier "Mitglieder" wuchs, oder verbrachten Nächte im Freien, konnten über wichtige und nichtige Dinge stundenlang debattieren. Wir teilten nebst unseren Interessen auch einige Anschaffungen miteinander. So waren wir gemeinsam stolze Besitzer eines schönen 3er-Zeltes und einer Wasserpfeife. Aber ich suchte nach mehr.
Ich sollte eine Berufslehre beginnen - aber wozu? Was soll denn der Sinn meines Lebens sein? Ich lerne einen Beruf, vielleicht heirate ich dann, habe Kinder, ich werde sterben, die Kinder werden sterben - ist das alles? Bin ich in der Welt nur um mich einige Jahre abzumühen und schliesslich vergessen zu werden und als Nichts im Nichts unterzugehen? Diese Fragen beschäftigten mich tief. Das durfte einfach nicht wahr sein. | | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 Index | weiter  |
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