| 'Bei Dir geht eh alles kaputt, du machst sowieso nur eine riesen Unordnung. Aus Dir wird nie etwas anständiges...' Meine Mutter hatte aus ihrer Überfürsorglichkeit heraus oft Wutausbrüche, in denen sie uns anschrie. 5 Minuten später war sie dann aus Schuldgefühlen heraus übertrieben nett zu uns. So war zu Hause dauernd ein Gefühlschaos mit vorwiegend negativer Prägung. Sehr früh versuchte ich deshalb, zuerst auch nur unbewusst, diesem wenn immer möglich zu entfliehen.
Wir wohnten in einem wunderbaren Haus mit einem Park ähnlichen Garten, mit grossen Bäumen, einer Wiese, Blumen- und Gemüsegarten. Wir waren im 1. Stock und unter uns wohnte die Hausbesitzerin und in meiner ersten Zeit dort auch noch ihr Mann, der aber dann, als ich etwa 5 Jahre alt war, starb. Wir Kinder hatten unter uns eine Abmachung, dass jeder seinen eigenen Baum hatte. Da bei uns zu Hause oft dicke Luft herrschte, verbrachte ich soviel Zeit wie möglich im Garten auf meinem Baum oder bei unseren Nachbarn unter uns. Diese ältere Dame wurde für mich so etwas wie eine Ersatz-Grossmutter. Einer meiner Lieblingsplätze war der grosse Nussbaum im Garten. Auf dem konnte man sich im Sommer so gut verstecken, dass einem gar niemand sah. Ich erinnere mich, dass meine Mutter mich mehrmals gesucht hatte, wenn ich mich dort oben verkrochen hatte.
Ich war, soweit ich mich erinnern kann, ein scheues Kind, eher eine Einzelgängerin. In der Schule hatte ich kaum Probleme was das Lernen anbelangte, hatte aber auch dort nicht allzuviel Kontakt mit den Mitschülern. Mit einem Schulkameraden hatte ich viel Kontakt und verbrachte viel Zeit mit ihm. Wir gingen zusammen meistens in den nahe gelegenen Wald, bauten dort eine Hütte und spielten zusammen. Oft ging ich auch alleine dort hin um meine Ruhe zu haben Meine Eltern, vorallem meine Mutter machten mir deswegen Vorwürfe, wie gefährlich das sei, einfach so das was Eltern halt befürchten. Mich kümmerte das aber wenig, ich war einfach nur froh wenn ich von zu Hause fort war. | zurück | Seite: 1 2 3 Index | weiter  |
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