| etwas fehl am Platz und zog mich zurück. Ich wurde von den Mitschülern als brav, langweilig und unscheinbar abgestempelt. Ich wusste natürlich wie falsch das Bild war, das meine Klasse von mir hatte. Anfangs zweiter Sekundar wurde es immer extremer mit abnehmen, mein ganzes Denken drehte sich nur noch um Figur, Gewicht und Kalorien. Mein Lachen verschwand immer mehr aus meinem Leben. Ich fühlte mich oft als ein riesiger Problemhaufen. Ganz schlimm war es jeweils, wenn ich auf die Waage stand und nicht abgenommen hatte und somit das Erfolgsgefühl ausblieb.
Zu dieser Zeit fand einmal in der Woche Kochunterricht statt, den eine junge Lehrerin gab, die für uns eher eine Freundin war. Einmal hielt sie mich nach der Kochstunde noch zurück und fragte mich, was mit mir los sei, sie habe beobachtet dass ich seit einigen Wochen nicht mehr richtig esse. Ausweichend murmelte ich etwas von schlechten Noten in der Schule und ähnliches. Da ich mich aber auch all die Jahre nach einer Person gesehnt hatte, mit der ich reden konnte, klopfte ich eine Woche später an ihrer Schulzimmertür, trat ein und erzählte ihr von meinen Minderwertigkeitskomplexen, meinen Kämpfen ums Gewicht und meiner Wunschfigur. Ich nehme an, dass sie durch meine Aussagen ziemlich erschrocken war, denn sie brachte gleich den Vorschlag, das Gespräch mit meinen Eltern zu suchen. Ich lehnte dies ab, sie beharrte jedoch immer wieder darauf und erzwang also ein Gespräch mit meinen Eltern und der Schulpräsidentin. Für meine Eltern war die Entdeckung ein ziemlicher Schock! Sie kamen ja fast ahnungslos zu diesem Gespräch und wurden gleich mit dem Begriff "Magersucht" konfrontiert. Im weiteren Verlauf des Gespräches ging es darum, die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Etwas später, meldete mich meine Kochlehrerin mit dem Einverständnis meiner Eltern beim Arzt an. Ich musste nun einmal in der Woche zur Gewichtskontrolle. Diese Kontrollen bewirkten jedoch genau das Gegenteil als sie sollten, nämlich ich bemühte mich auch dem Arzt meine Fähikeiten zu demonstrieren, ihm zu beweisen, dass ich abnehmen konnte. Ich schlitterte immer tiefer in die Magersucht und meine | zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 Index | weiter  |
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