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Victoria Aberham
Auf der Suche nach dem Sinn
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KURZGESCHICHTE
Donnerstag 20.11.2008
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Eine verhängnisvolle Nacht
Eines Nachts riss mich ein Telefonanruf mittenPortrait von Victoria Aberham in der Nacht aus dem Schlaf. Es war die Polizei. Sie teilte mir mit, dass mein zweiter Sohn Alexander verunglückt wäre und schwer verletzt in Osterhofen im Spital läge. Ich rief meinen ältesten Sohn Othmar an, und wir fuhren sofort los. Wir waren erschüttert, als wir Alexander dort liegen sahen, den ganzen Körper von Blutergüssen dunkelblau gefärbt, an Armen und Beinen geschient. Er hatte insgesamt 13 Brüche an Ferse, Beinen, Becken, Ellbogen und Daumen.

Nach und nach erfuhren wir den Unfallhergang: Alexander war in dieser Nacht gemeinsam mit ein paar anderen Studenten auf dem Heimweg von einer christlichen Konferenz. Es war dichter Nebel, und die Straßenbeleuchtung war ausgefallen. Alexander übersah eine Kurve in Osterhofen und fuhr den Bus in eine Betonbegrenzung vor der Auslage eines Installateurs. Diese hatte der Installateur aufrichten lassen, weil aufgrund mangelnder Verkehrszeichen immer wieder Autos in seine Auslage gefahren waren. Das Spital in Osterhofen war ganz in der Nähe, sodass man dort die „Jesus”-Schreie von Alexander hörte und gleich ein Arzt zur Stelle war. Alexander war so schwer eingeklemmt, dass es eine Stunde dauerte, bis er befreit werden konnte. Dabei verlor er ca. 3 Liter Blut. Seine Mitfahrer waren aus dem Bus herausgefallen und wurden auch in das Spital gebracht. Ein Arzt erzählte mir: „Wir beziehen unsere Kundschaft aus dieser Kurve”. Da standen wir nun vor dem Spitalsbett und fragten uns, warum das gerade Alexander passiert war. Othmar sagte: „Ich müsste eigentlich so daliegen und nicht Alexander, ich hätte das verdient.” (Ich komme später noch darauf zurück, warum er das sagte.)

Und ich betete zu Gott: „Herr, ich akzeptiere einen toten Sohn aus deiner Hand, aber was werden unsere ungläubigen Freunde denken? Sie werden sagen, jetzt habt ihr euren Jesus Christus und einen toten Sohn.”
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