|
Othmar studierte auch Philosophie, und wir saßen zwei Semester im gleichen Hörsaal. Das machte uns beiden Freude. Ludwig war gegen mein Studium auf der Uni und so ging ich heimlich. Deshalb und auch aus anderen Gründen gab es Streitigkeiten, die letztlich zur Scheidung führten. Mein erster Mann kam kurz vor seinem Tod zum Glauben an Jesus Christus. Ich durfte mich mit ihm versöhnen, nachdem ich und er selbst mit Gott versöhnt waren.
Ein Neubeginn
Ich heiratete bald nach der Scheidung meinen zweiten Mann, Friedrich, von dem ich noch eine Tochter, Gudrun, und einen Sohn, Matthias, bekam. Mein zweiter Mann hatte nichts gegen mein Studium, und so näherte ich mich meinem Abschluss.
Von jedem neuen Philosophen war ich begeistert; aber der nächste, der das Gegenteil sagte, hatte auch recht in meinen Augen. Als dann der Professor sagte: „Lassen Sie das Naschen von Rose zu Rose und schreiben Sie endlich Ihre Doktorarbeit”, hatte ich, genau gesehen, keine eigene Meinung. Darunter litt ich wahnsinnig. Dazu kam noch, dass man uns lehrte, es gäbe keine absolute Wahrheit. Es käme darauf an, von welcher Seite wir die Dinge betrachten, auch hätten wir keine Freiheit. Ich prüfte mich selbst und musste zugeben, dass ich nicht frei war. Denn ich tat nicht, was ich wollte. Ich war nur Reflexion und Reaktion - das Echo meiner Umstände.
Während dieses Dilemmas zogen junge Christen von dem Missionswerk OM (Operation Mobilisation) in unsere Nachbarschaft, deren Anliegen es war, die frohe Botschaft, das Evangelium von Jesu Christi, an andere Menschen weiterzugeben. Sie gingen auch in evangelische Kirchengemeinden, um dort ein lebendiges Christentum zu bezeugen, soweit sie von den Pfarrern eingeladen wurden. Ich las täglich mit ihnen die Bibel und durfte dadurch erkennen, dass mich meine Schuld von Gott trennte, dass ich selbst durch meine Sünden
| zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Index | weiter  |
|
|