| Nach einiger Zeit wurde Wurmbrand als Mitarbeiter der englischen Mission 'Church Mission to the Jews' in Bukarest angestellt. Als 1941 die Engländer das Land verließen, verblieben er und seine Frau allein mit der ganzen Arbeit. Es war ganz unglaublich, wieviel Bibelkenntnis und Theologie Wurmbrand sich in wenigen Jahren angeeignet hatte. Er hatte eine Bibel, in der nach jedem bedruckten Blatt ein weißes, unbedrucktes folgte, und bald waren die weißen Blätter seiner Bibel alle vollgeschrieben. Er lernte Griechisch, - Hebräisch konnte er ja schon von früher-, so daß er die Bibel in den Ursprachen lesen konnte. In der englischen Mission war eine große Bibliothek mit guten theologischen Büchern. Diese Bücher waren für ihn von großer Hilfe, und er brauchte nicht lange, um ein Buch zu lesen. Wenn er zu Bett ging, nahm er gleich mehrere Bücher mit, und am nächsten Morgen hatte man den Eindruck, daß er sie alle durchgeblättert und dabei die Quintessenz erfaßt hatte. Seine bevorzugte Lektüre war Luther. Niemand konnte ja so wie Luther zu einem Gewissen reden, das sich von Sünden beladen fühlte. Wurmbrand sprach Rumänisch, Deutsch, Französisch, Russisch, Ungarisch, Englisch und Jiddisch, und mit unglaublicher Geschwindigkeit konnte er das, was er wollte, in der einen oder anderen Sprache auf der Schreibmaschine tippen. Er konnte sich schlagartig für eine Sache begeistern, und wenn er zum Beispiel mit russischen Christen in der Roten Armee in Kontakt kam, und hörte dann, was sie über ihr Land erzählten, dann schmiedete er sofort Pläne, um dort irgendwie helfen zu können. Oft waren solche überlegungen einfach unrealistisch, aber dank seiner ruhigen und begabten Frau Sabina war er auch schnell wieder 'zur Vernunft gebracht'. | zurück | Seite: 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 Index | weiter  |
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