| In den Wirren des Krieges
Als die deutsche Armee Rumänien besetzte, hielten wir es für unsere Pflicht, aus Liebe zu unseren Feinden eine Sonderausgabe des Johannes-Evangeliums drucken zu lassen und sie kostenlos an deutsche Soldaten zu verteilen. Bei dieser Aktion auf den Straßen gestanden die Soldaten unseren Brüdern, daß sie auf a lles mögliche in Rumänien vorbereitet worden seien, nur nicht darauf, von Juden das Wort Gottes geschenkt zu bekommen. Als Als Bukarest bombardiert wurde, fing ich an, systematisch in Luftschutzkellern zu predigen: dadurch erreichte ich Juden und Rumänen gleichzeitig mit dem Wort Gottes. Während der ersten russischen Luftangriffe befand ich mich mit sechs anderen Brüdern in Haft. Wir wurden gerade vernommen, als die Sirene ertönte. Bewaffnete Wächter brachten uns in den Luftschutzraum, wo sich auch Richter, Rechtsanwälte und andere Leute einfanden. Als die ersten Bomben fielen, machte ich den Vorschlag, 'Wir wollen alle niederknien und ich werde ein Gebet sprechen' Sie knieten alle nieder, auch die Offiziere und Wächter. Sie bekreuzigten sich und ich betete laut. Dann predigte ich über die Notwendigkeit, auf die Begegnung mit Gott vorbereitet zu sein. Ehrfürchtig hörten alle zu. Als jedoch die Entwarnung ertönte, packten uns die Wachen beim Kragen und führten uns zurück in den Gerichtsaal. Und wieder stand ich vor dem Richter, der noch vor einer Viertelstunde auf mein Geheiß niedergekniet war. Nach unserer Freilassung rannten wir jedesmal, wenn wir Fliegeralarm hörten, so schnell wir konnten in einen großen Luftschutzkeller und predigten dort. Einmal lief ich mit Schwester Olga in den Schutzraum eines großen Wohnblocks. Obwohl es verboten war, sich nach dem Alarm noch auf der Straße aufzuhalten, verspürte ich plötzlich einen Drang, das Gebäude zu verlassen und einen anderen Schutzkeller aufzusuchen. Das Haus, das wir verlassen hatten, wurde von Bomben zerstört, und begrub unter seinen Trümmern sehr viele Menschen... Außerdem waren wir ständig mit Dingen beschäftigt, auf denen nach dem Gesetz die Todesstrafe stand. So halfen wir beispielsweise zahlreichen Juden aus Ungarn, die Grenze illegal zu überschreiten oder retteten Kinder aus Ghettos. | zurück | Seite: 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Index | weiter  |
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