| und echten Schafen. Als die Kommunisten die Macht innehatten, wußten Tausende von Priestern, Pfarrern und Predigern die beiden Sprachen nicht zu unterscheiden.
Während dieser gewaltigen Umwälzungen vom Faschismus zum Kommunismus ging unsere Arbeit der Seelengewinnung ungebrochen weiter. Nach außen hin hatte ich ja eine angesehene soziale Stellung. Ich war Pastor der Norwegischen Lutherischen Mission, und arbeitete gleichzeitig im rumänischen Ausschuß des Weltkirchenrates. Diese beiden ämter gaben mir einen sehr guten Stand gegenüber den Behörden, die von unserer Untergrundarbeit nichts wußten. Diese umfaßte zwei Arbeitsgebiete. Das erste war die getarnte Arbeit unter den russischen Soldaten. Das zweite Gebiet bildete unser verborgener Dienst an den unterdrückten Völkern Rumäniens. Da ich gut russisch spreche, war es für mich ein leichtes, mit den Soldaten ins Gespräch zu kommen. Viele junge Christen, die ebenfalls russisch sprachen, halfen mir. Heimlich druckten wir das Evangelium und so wurden innerhalb von drei Jahren mehr als hunderttausend Bücher in Cafés, Bars, Bahnhöfen und überall, wo Russen zu finden waren, verteilt. Etliche unserer Helfer wurden verhaftet, doch keiner hat mich verraten. Die Zahl der Bekehrten war erstaunlich. Auch ihre Natürlichkeit versetzte uns in Staunen. Was die Religion anbetrifft, sind die Russen völlig unwissend. Doch es war, als hätten sie tief in ihrem Herzen schon lange nach Wahrheit gesucht, und nun nahmen sie diese mit Begeisterung auf. Meistens waren es junge Bauern, die auf dem Land gesät, geerntet und gearbeitet hatten. Das Wissen darum, daß irgend jemand den Lauf der Natur lenkt, lag ihnen im Blut. Doch man hatte sie atheistisch erzogen, und sie glaubten Atheisten zu sein, genauso wie viele Menschen meinen sie seien Christen und sind es nicht. Auch unter den rumänischen Kommunisten arbeiteten wir. Jedes Buch mußte durch die kommunistische Zensur. Wir brachten Bücher heraus, welche ein Bild von Karl Marx auf der Titelseite hatten. Dadurch dachte der Prüfer, es handele sich um kommunistische Literatur und drückte seinen Stempel darauf. Gelegentlich ließ ein Zensor auch einmal einen Titel für eine Flasche Brandy durchgehen. | zurück | Seite: 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 Index | weiter  |
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