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Oleg
Der Schmetterling
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KURZGESCHICHTE
Sonntag 14.3.2010
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Ein Deutscher zeigt einem Juden den Weg zu Christus

Man schrieb das Jahr 1937. Hitler war an der Macht. In einem kleinen Bergdorf in Siebenbürgen betete der betagte Zimmermann Christian Wölfkes täglich folgendes Gebet: „Oh Herr, laß mich nicht eher sterben, bis ich einen Juden zu Christus geführt habe, weil Jesus vom jüdischen Volk kam. Aber ich bin arm, alt und krank. In meinem Dorf sind keine. Bringe du einen Juden in mein Dorf, und ich will mein Bestes tun, um ihn zu Christus zu führen.'
Der erste Jude, der in jenem Frühling in das Dorf kam, war ich selbst. Nachdem Wölfkes sich mit mir angefreundet hatte, gab er mir eines Tages eine Bibel. Ich hatte schon vorher die Bibel gelesen, aber sie hatte nie Eindruck auf mich gemacht. Aber die Bibel, die ich jetzt in der Hand hielt, war von anderer Art. Erst später entdeckte ich ihr Geheimnis. Wölfkes und seine Frau verbrachten Stunden damit, für meine Bekehrung zu beten. So war diese Bibel eigentlich nicht in Buchstaben, sondern in Flammenzeichen der Liebe geschrieben. Ich konnte sie nur mit Mühe lesen. Die Tränen begannen jedesmal zu fließen, wenn ich mein schlechtes Leben mit dem Leben Jesu verglich, meine Unreinheit mit seiner Reinheit, meinen Haß mit seiner Liebe.
Wölfkes ließ die Bibel und seine Gebete in meinem Herzen wirken. Er sprach kaum mit mir. Instinktiv wußte er, was so viele ausgebildete Missionare nicht wissen, daß die wirksamste missionarische Methode in der Zurückgezogenheit, dem Schweigen und dem konzentrierten Gebet liegt, um der Seele, die man gewinnen will, Frieden zu geben. Man soll zufrieden sein, daß man ein Samenkorn ausgestreut hat. Dieses wird mit der Zeit Wurzeln schlagen und wachsen.
Eine lange Zeit verging, bis der alte Mann mich eines Abends besuchte. Er redete in einfachen Worten mit mir, Worten, die von Herzen kamen, über Dinge, die ein Jude hätte wissen müssen: über die Erfüllung der messianischen Verheißungen in Jesus; von Jesu sanfter Aufforderung, mit der er sein Volk rief; von der Liebe, die Gott immer noch zu den Juden hat um ihrer Vorväter willen, die Träger des Glaubens waren.
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