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Richard Wurmbrand
In Rumänien
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KURZGESCHICHTE
Donnerstag 4.12.2008
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Meine erste Begegnung mit Jesus

Da ich von nichtpraktizierenden jüdischen Eltern aufgezogen wurde, hörte ich in meiner Kindheit weder ein schlechtes noch ein gutes Wort über Jesus. Er war mir gänzlich unbekannt.
Eines Tages, als ich mit einem anderen Burschen auf dem Weg nach Hause war, blieb er vor einer Kirche stehen und sagte: „Warte einen Moment auf mich. Mein Vater hat mich gebeten, dem Priester etwas zu sagen.' Ich sagte: „Ich gehe mit Dir hinein.' Und so überschritt ich zum ersten Mal die Schwelle einer Kirche.
Ich war tief beeindruckt. Zuerst sah ich das Bild eines Mannes, der gekreuzigt worden war. Ich hatte keine Ahnung, wer dieser Mann war, aber er mußte schlecht gewesen sein, sonst hätte man ihm dies nicht angetan. Als Kind wurde ich oft geprügelt, und wahrscheinlich verdiente ich es auch. Aber dieser Mann, der überall blutete und mit Nägeln an ein Kreuz befestigt war, - warum?
Ich sah auch das Bild einer wunderschönen jungen Frau, die mich mit großer Liebe ansah. Einen solchen Ausdruck war ich nicht gewöhnt. Vielmehr wurde ich ja verachtet, weil ich ein jüdischer Junge war, dazu noch ärmlich gekleidet, dünn, zart und klein. Ich war ungeliebt. Aber diese Frau liebte mich. Von diesem Augenblick an liebte ich sie auch. - Ich frage mich heute noch, warum manche Christen niemals mit Liebe an Maria denken. Die Bibel sagt: 'Alle Generationen werden sie Gesegnete nennen'. Warum tun wir es nicht?
Die Vernunft sagt mir, daß ich nicht wirklich den Gekreuzigten oder die Jungfrau sah, sondern nur eine Darstellung. Zu dieser Zeit hatte ich den Eindruck, wirkliche Personen zu sehen. Es war eines von mehreren existentiellen Erlebnissen meines Lebens. Ich war damals 8 - 9 Jahre alt.
Der andere Junge sprach mit dem Priester, der dann zu mir herüberkam und mir den Kopf streichelte. Seine Berührung tat mir wohl, denn ich war ein ungestreicheltes Kind. Dann fragte er mich: 'Was kann ich für dich tun, kleiner Mann?'
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