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Richard Wurmbrand
In Rumänien
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Montag 15.3.2010
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Jom-Kippur 1937

1937, am Nachmittag vor Jom-Kippur, dem großen jüdischen Tag der Reue und des Fastens, war ich in Feinsteins Büro. Meine Seele wurde zutiefst gequält. Doch Feinstein sagte mit seinem unnachahmlichen Lächeln: „Lassen Sie sich nicht von dem leiten, was Sie sehen. Die Juden, die vor zweitausend Jahren lebten, erkannten in Jesus nichts, was ihn ehrenwert erscheinen ließ, obwohl er die Verkörperung Gottes war. Wenn ein Mensch nicht wiedergeboren wird, kann er das Reich Gottes nicht erkennen.'
Schließlich überredete Feinstein mich noch, ihn zu einer Versammlung zu begleiten, die für Juden abgehalten wurde. Dort wurde ich während der Gebetszeit unwillkürlich vom Geist Gottes erleuchtet. Verwundert hörte ich mich zum ersten Mal in meinem Leben in einer öffentlichen Versammlung laut beten. Ich vernahm meine Worte, aber es schienen nicht die Worte zu sein, die ich formuliert hatte. Sie kamen aus der Tiefe meiner Seele, zu der mein Ich gewöhnlich keinen Zugang finden kann. Ich betete jiddisch, die jahrhundertealte Sprache meines leidenden Volkes, eine Sprache, die ich sonst nie sprach. Dies zeigte mir, daß sich tief in meinem Innern etwas gerührt hatte.
Diesen Vorabend des Jom-Kippur 1937, des großen Versöhnungstages, betrachte ich als den Tag meiner Wiedergeburt.
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