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Unter
Anorexia nervosa oder Magersucht versteht man eine krankhafte
Essstörung, die durch starken Gewichtsverlust gekennzeichnet ist und sich
dadurch von der Bulimie, umgangssprachlich auch Ess-Brech-Sucht genannt,
unterscheidet. Typischerweise sind junge Frauen betroffen, wobei der
Krankheitsbeginn meist in der Pubertät liegt. Etwa 1% der Frauen im Alter von 15
bis 25 Jahren leidet an Anorexie. Die Ursachen der Magersucht sind vielfältig
und basieren auf genetischen Faktoren, psychischen Belastungen in der Pubertät
durch Veränderung des Körpers und ungelöste familiäre Konflikte sowie
gesellschaftliche Einflüsse wie das Schlankheitsideal unserer Zeit. Es kommt zu
einer Körperschemastörung, das heißt, die Patientinnen fühlen sich auch bei
hochgradigem Untergewicht zu dick und zwingen sich zu weiterer
Gewichtsreduktion.
Symptome
sind ein Gewichtsverlust bis zu 50% des Ausgangsgewichtes und als
Folge körperliche Schäden mit Hormonstörungen und Ausbleiben der Menstruation,
Muskelschwäche, Kreislaufproblemen und Mangelerscheinungen durch Vitamin- und
Mineralstoffmangel. Aufgrund fehlender Krankheitseinsicht und manchmal
bestehender Selbstmordgefahr ist in schweren Fällen eine Behandlung im
Krankenhaus notwendig. Erstes Ziel ist die Gewichtszunahme, wobei auch eine
intravenöse Verabreichung von Ernährungslösungen erforderlich sein kann.
Anschließend wird eine langfristige Psychotherapie meist unter Einbeziehung der
Familie durchgeführt. Etwa 30% erreichen das Normalgewicht, bei 25% nimmt die
Anorexie einen chronischen Verlauf und 10% sterben an den Folgen der Krankheit.
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