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Kaum
eine andere psychische Störung ist in den letzten Jahren so häufig in
der Presse erwähnt worden wie die Anorexie. Immer wieder wird von
"Berühmtheiten", insbesondere von Models oder Schauspielerinnen behauptet, sie
seien magersüchtig. Das Krankheitsbild der Anorexia nervosa ist erstmals bereits
1873 beschrieben worden. Diese Diagnose wird aber erst seit den 70er Jahren
häufiger gestellt, wobei nicht eindeutig gesagt werden kann, ob die Krankheit in
der heutigen Gesellschaft tatsächlich häufiger auftritt, oder ob die gestiegene
Aufmerksamkeit dazu führt, dass die Krankheit häufiger diagnostiziert wird.
Wörtlich
übersetzt bedeutet Anorexie "Appetitverlust oder -verminderung" -
eine irreführende Bezeichnung, da nicht unbedingt der Appetit, sondern in erster
Linie das Essverhalten gestört ist. Der Zusatz "nervosa" weist auf die
psychischen Ursachen der Essstörung hin.
Die
Unterscheidung der Anorexie von der anderen bekannten Essstörung, der
Bulimie, ist im Einzelfall oft schwierig. Zwar sind beide Krankheitsbilder
jeweils durch typische Merkmale gekennzeichnet (die Anorexie durch starken
Gewichtsverlust, die Bulimie durch das Auftreten von Essanfällen und Maßnahmen
zur Gewichtsreduktion z.B. Erbrechen), der Übergang ist jedoch fließend. Bei
vielen Patientinnen tritt eine Mischung von Symptomen auf, man spricht dann von
einer Bulimanorexie.
Häufigkeit
Bezogen auf die Gesamtbevölkerung tritt die Anorexie jedoch relativ selten
auf. Bei Frauen in der Altersspanne vom 15. bis zum 25. Lebensjahr, die als
Risikogruppe für Magersucht gelten, findet sich die Erkrankung allerdings bei
ca. 1% der Betroffenen. Es sei erwähnt, dass nur etwa 5% der Erkrankten Männer
sind. Anorexie beginnt oft schon in der frühen Jugend, häufig kurz nach dem
Einsetzen der ersten Menstruation. Neben diesem Erkrankungsgipfel um das 14.
Lebensjahr, tritt die Störung auch etwa im 18. Lebensjahr gehäuft auf.
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