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Körperschema-Störung:
Bei anorektischen Patientinnen kommt es zu einer Störung der Wahrnehmung des
eigenen Körpers. Auch wenn sie im Laufe der Erkrankung schon extrem viel Gewicht
verloren haben, überschätzen sie ihren Körperumfang und halten sich für zu dick.
Verändertes Essverhalten:
Infolge der verzerrten Wahrnehmung des eigenen Körpers, bemühen die
Betroffenen sich, ihr vermeintlich zu hohes Gewicht zu reduzieren. Zu diesem
Zweck nehmen sie nur geringe Mengen an Nahrung zu sich und vermeiden
Lebensmittel, die viele Kalorien enthalten. Manche Patientinnen verweigern
zeitweise die Nahrungsaufnahme komplett. Häufig nimmt das Essen einen zentralen
Stellenwert im Leben der Betroffenen ein. Sie verwenden viel Energie darauf,
Hungergefühle zu unterdrücken oder bereiten mit großem Eifer wahre Festmahle für
andere zu, an denen sie aber selbst nicht teilnehmen. In Hinblick auf die
Veränderungen des Essverhaltens lassen sich zwei Gruppen von anorektischen
Patientinnen unterscheiden: Etwa 50% der Patientinnen halten ausschließlich
Diät, bei den anderen treten aber auch bulimische Symptome (Essanfälle und
selbst herbeigeführtes Erbrechen) auf. Bei Betroffenen, die zu der letzteren
Gruppe gehören, beginnt die Störung meist später, sie haben vor der Erkrankung
ein höheres Gewicht, die Körperschema-Störung ist meist stärker ausgeprägt und
sie sind häufig depressiver als Patientinnen mit einer rein anorektischen
Symptomatik.
Gewichtsverlust:
Neben der strengen Diät setzen viele AnorektikerInnen zusätzlich
Appetitzügler, Abführmittel und sportliche Betätigung ein, um abzunehmen.
Durchschnittlich verlieren anorektische Patientinnen 45-50% ihres
Ausgangsgewichts. Liegt das Körpergewicht um mindestens 15% niedriger als das
Normalgewicht, wird die Diagnose der Anorexie gestellt. Viele Patientinnen
magern bis auf 30 Kilogramm ab.
Körperliche Veränderungen:
Durch den Gewichtsverlusts und die Mangelernährung kann es zu schwerwiegenden
körperlichen Schäden kommen. Aufgrund von hormonellen Störungen bleibt die
Menstruation meist aus. Bei Beginn der Störung vor der Pubertät wird die
körperliche Entwicklung meist stark verzögert. Auch Verlangsamung des
Herzschlags, niedriger Blutdruck, Absinken der Körpertemperatur, Hautprobleme,
flaumartige Behaarung des Rückens, Muskelschwäche, Haarausfall und
Wassereinlagerung im Gewebe können als Folgen der Anorexie auftreten. Der
Mineralstoffhaushalt ist in der Regel gestört. Diese körperlichen Befunde werden
durch die Mangelernährung verursacht und verschwinden meist vollständig, wenn
sich das Essverhalten langfristig normalisiert hat. Durch die konstante
Mangelernährung wird der Energieverbrauch herabgesetzt. Infolgedessen führt
normale Nahrungsaufnahme unter diesen Umständen kurzfristig zu einer
Gewichtszunahme.
Psychische Veränderungen:
Bei anorektischen Patientinnen steht das beharrliche Streben, dünner zu
werden im Vordergrund. Verbunden damit besteht eine extreme Angst vor einer
Gewichtszunahme. Schon eine Zunahme von wenigen Gramm, die aufgrund des
gesenkten Energieverbrauchs ja schon nach recht geringer Nahrungsaufnahme folgen
kann, löst regelrechte Panik aus. Das führt zu einem erneuten Versuch, das
Essverhalten (noch strenger) zu kontrollieren. Die Patientinnen befinden sich
also in einem regelrechten Teufelskreis. Häufig zeigen sich bei den Betroffenen
auch depressive Symptome und starke Reizbarkeit.
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