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Dass das Schattenreich der Okkultisten in den Augen eines dualistisch denkenden Christentums eher der Hölle als dem
Himmel gleicht, kann niemanden verwundem. Heisst dies aber schon, dass alle okkulten Schattenwanderer als Satanisten
angesprochen werden dürfen? Einzelne nennen sich in provokativem Stolz «Satanisten», betonen aber gleichzeitig, dass
ihr Gott nicht der einseitig schwarze, dämonische Satan der Christen, sondern der Gott oder die Göttin schlechthin sei,
das Ineinander von heller und dunkler Energie. Andere Okkultisten sprechen ihre göttliche Wesenheit nie als Satan an
und fühlen sich völlig missverstanden, wenn andere sie satanistisch deuten. Sie sehen sich als eine etwas dunklere
Variante theosophischer, freimaurerischer oder rosenkreuzerischer Spiritualität. Wieder andere sehen sich selbst zwar
als Satanisten, sprechen aber andere Satanisten nur als Pseudosatanisten an, weil ihnen deren Verständnis des Satans zu
dürftig, zu harmlos und zu bieder scheint.
Kurz - wer unbestritten als echter Satanist gelten darf, ist im Einzelfall
nicht leicht auszumachen. Als Okkultisten aber dürfen alle gelten, die von erfahrenen Reiseleitern geführt ins Reich
jener Schatten aufbrechen, in der sich alles im Bewusstsein Unvereinbare zu geheimnisvoller Einheit verbinden soll.
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