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Es ist wohl der Präsenz des Themas Satanismus in den Medien
zuzuschreiben, dass die Sektenberatungsstellen immer häufiger Berichte von satanistischen Ritualen erreichen, die
wahrscheinlich nur in der Vorstellung angstgetriebener Zeitgenossen stattgefunden haben. Satanismus wird zur offenen
Bühne für alle bisher verdrängten Schreckbilder, einer Bühne, welche die bedrängte Phantasie, durch angebliche Berichte
legitimiert, ohne selbstkritische Vorbehalte betritt. Die Satansfurcht eines dualistisch gläubigen Christentums, das
den Glauben an Gott notwendigerweise mit dem Glauben an den Teufel verbindet, trägt das Ihre dazu bei, dass
imaginierter Satanismus nicht als Traumwelt erkannt wird. Oft fällt es aber selbst Journalisten und Sektenexperten
schwer, den imaginierten Satanismus als Einbildung zu erkennen.
Mediensatanismus und Do-it-yourself-Satanismus
Die Film- und Musikszene hat schon seit Jahren
den Unterhaltungswert satanistischer Vorstellungen und Riten für ein
bedeutendes Publikumssegment entdeckt. Die Homepages verschiedener Satanistenzirkel streuen die dunkle Bilderwelt durch
die ganze Welt. Dass junge und nicht mehr ganz junge Zeitgenossen sich durch diese breit zugängliche satanistische
Ideenbörse anregen lassen und sich mit satanistischen Symbolen und Vorstellungen ihren eigenen Satanismus kreieren,
erstaunt den nicht, der das Protestpotential mancher jungen Leute kennt. Alle Anzeichen von selbstkreiertem
Jugendsatanismus sollte die Umgebung weder übersehen - als Zeichen verweisen sie auf eine Stimmungslage - noch
überbewerten. Das Spiel mit Fragmenten aus der Welt der Satanisten wird umso attraktiver, je mehr Entsetzen es bei der
braven oder scheinbar braven Umgebung auslöst.
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