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Kunst
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GESCHICHTEN
KURZGESCHICHTE
Sonntag 5.7.2009
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Nicolae Ion Grigorescu, "Der Unabhängigkeitskrieg 1877" 1877 (Bukarest, Muzeul National de Arta al României)
Constantin Brancusi, "Endlos Säule"; 1937 (Tîrgu Jiu)
Unter den Kunstlandschaften des heutigen Rumänien sind, bedingt durch die historische Entwicklung, Moldau und Walachei diejenigen, die die rumänische Kunst am reinsten repräsentieren. Siebenbürgen stand schon im Mittelalter in lebhaftem Kontakt mit Mitteleuropa, während die beiden anderen Regionen Elemente westlicher Kunst nur punktuell und erst im 18.Jh. verstärkt aufnahmen.

Architektur: Walachei und Moldau standen unter byzantinischem Einfluß, der größtenteils über die Athosklöster oder Serbien vermittelt wurde. Die Walachei führte zunächst den Typ der byzantinischen Kreuzkuppelkirche weiter (Fürstenkirche in Curtea de Arges, Mitte des 14.Jh.), übernahm dann den vom Athos stammenden Dreikonchenbau der serbischen Morawa-Schule mit Kuppel auf hohem Tambour und meist einschiffigem und tonnengewölbtem Laienraum. Richtungweisend für diesen Typ war die Klosterkirche Cozia (1382-88). Bei der Bischofskirche in Curtea de Arges (1517 geweiht) treten als nattionale Sonderzüge v.a. die turmartigen Tambourkuppeln, schräggestellte Tambourfenster und eine reiche Bauplastik mit einheimischen, armen. und orientalischen Dekorationsmotiven hervor. Während in der Walachei der kubische Charakter des byzantinischen Grundtypus gewahrt bleibt, ist der gleiche Typ in der Moldau, besonders in der Bukowina, der Gotik im Westen angenähert. Der stark gestreckte Baukörper wird dort von einem einheitlichen Satteldach überdeckt, aus dem die Tambourkuppel turmartig hinausragt. Stützpfeiler, Fenster- und Türrahmungen wurden direkt von der Gotik übernommen (Klosterkirchen Voronel, 1488; Moldovita, 1532; Sucevita, um 1582-84; Dragomirna, 1609 erwähnt; BILD). Wohl in Anlehnung an die Holzarchitektur wurde in der Moldau für Kuppeln eine eigentümliche Konstruktion mit zwei oder mehr übereinandergestaffelten Pendentifs entwickelt, die den Kuppeldurchmesser zunehmend verringern (Heiligkreuzkirche in Patrauti, Kr. Suceava, 1487). Diese "moldauischen Gewölbe" sind bis ins 18.Jh. nachweisbar. Im 17.Jh. wurde der Außenbau oft mit reicher Ornamentik überzogen (Kirche der drei Hierarchen in Jassy, geweiht 1639). Der Brîncoveanustil prägte um die Wende vom 17. zum 18.Jh. Schloß- und Klosteranlagen der Walachei. Im 18.Jh. fanden der europäische Barock (Schloß in Gornesli, 1773-80) und später, v.a. durch Rußland und Polen vermittelt, der Klassizismus (Schloß Ghika in Bukarest, 1822) Eingang in die rumänische Architektur. Im 19.Jh. kam es allmählich zu einem engeren Anschluß an die europäische Entwicklung mit historist. Bauten wie dem Athenäum in Bukarest (1886-88), dem ehemaligen Justizpalast (heute Univ.-Gebäude, 1890) von ION I. SOCOLESCU (* 1859, t 1924) in Craiova, dem Kulturpalast in Jassy (1905-07) von ION D. BERINDEY (* 1871, t 1928) und dem Kasino in Konstanza (1907-10) im Stil der Art nouveau. N. GHICA-BUDESTI, ION MINCU (* 1851, t 1912), GRIGORE CERCHEZ (* 1851, t 1927) und PETRE ANTONESCU (* 1873, t 1965) knüpften bei ihren Bauten an die nationale Tradition an ("rumänischer Stil"). Bedeutende Architekten der Gegenwart sind CEZAR LAZARESCU (* 1924), NICOLAE PORUMBESCU (* 1919) und ALEXANDRU IOTZU.

Malerei und Plastik: Wand- und Ikonenmalerei sind nachhaltig der byzantinischen Tradition verpflichtet und nehmen insbesondere serbische Einflüsse auf (Fresken der Fürstenkirche von Curtea de Arges). Im 16.Jh. bildete sich ein eigenes ikonographisches System heraus, das auch auf zeitgenössische Thematik Bezug nimmt. Bezeichnend ist zugleich die Tendenz zu größerer Wirklichkeitsnähe. Ab etwa 1530 wurden nicht nur die Innen-, sondern auch die Außenwände moldauischer Kirchen mit Fresken überzogen (Humor, um 1535; Moldovila, 1537; Voronel, vor 1547). Besonders in der Walachei blühte im 17. und 18.Jh. eine eigenartige, volkstümliche Ikonenkunst. Im 19.Jh. setzte die Europäisierung von Malerei und Plastik ein.
Die führenden Maler des 19. Jh. erhielten in Frankreich entscheidende Anregungen (T. AMAN, I. ANDREESCU, N. GRIGORESCU, S. LUCHIAN), ebenso die Vertreter der modernen rumänischen Malerei und Graphik des 20. Jh. . GHEORGHE PETRASCU (* 1872, t 1949), THEODOR PALLADY (* 1871, t 1956), I. ISER, N. TONITZA, D. GHIATA. Für den 1930 nach Paris übersiedelten V. BRAUNER wurde der Surrealismus richtungweisend. Bedeutende Bildhauer sind der aus Deutschland gebürtige KARL STORCK (* 1826, t 1887), STEFAN IONESCU-VALBUDEA (* 1856, t 1890), der zum Klassizismus neigende ION GEORGESCU (* 1856, t 1898), der von A. RODIN beeinflußte D. PACIUREA sowie C. BRANCUSI, der sich 1904 in Paris niederließ und mit abstrakten Plastiken internationales Renommee erlangte.

Die dem sozialistischen Realismus (seit 1948) zuzuordnenden Werke zeigen starke expressionistische Züge. Seit den 1960er Jahren arbeiten immer mehr Künstler im Sinn der westeuropäischen Kunstszene. - Die traditionsreiche Volkskunst (Textilkunst, Keramik, Hinterglasmalerei) wird weiterhin gepflegt.

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