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Rumänische Literatur:
Der geschriebenen rumänische Literatur ging eine umfangreiche Volksdichtung mit einer Vielfalt von
Gattungen voraus; Die Liebes- und Klagelyrik, v.a. die Doina sowie die epische Ballade (Miorita), in
der Motive aus dem Hirtenleben oder der Geschichte verarbeitet sind, gehört zu ihren bedeutendsten
Erscheinungen. Reich entwickelt waren ferner die satirische religiöse und magische Dichtung sowie das
Märchen. In dieser lebendigen Tradition blieb die gesamte rumänische Literatur bis in die Gegenwart
verwurzelt. Zwei Hauptperioden lassen sich in der Entwicklung der rumänischen Literatur unterscheiden:
Während die ältere Periode eine enge Verbundenheit mit der byzantinischen, südslawischen und polnischen
Kulturwelt zeigt, vollzieht die moderne, die mit der Einigung der Fürstentümer Moldau und Walachei
(1859) begann, die entschiedene Hinwendung zum Westen, v.a. zur französischen Kultur. Die Loslösung
vom Osten erfolgte in einer übergangszeit, etwa von 1'800 an, gefördert durch die nähere Berührung mit
der neugriechischen und der italienischen Literatur.
16. bis 18. Jahrhundert:
Das eigentliche Schriftum setzte im 16.Jh. ein: Das älteste rumänische Schriftstück, ein Brief des
Bojaren
NEACSU,
stammt aus dem Jahr 1521. Dem wachsenden Bestreben nach dem Gebrauch der Volkssprache
wirkte jedoch die alte Vorherrschaft des Slawischen in Kirche und Verwaltung entgegen. Die
sozialpolitischen Veränderungen (die Förderung des Kleinadels durch die Zentralmacht, das Wachstum der
Stadtbevölkerung u.a.) in Verbindung mit konfessionellen Impulsen, v.a. dem von Siebenbürgen
ausgehenden Einfluß der lutheranischen Reformbewegung, trugen zur Entstehung der ersten
anspruchsvolleren Schriften in rumänischer Sprache bei. Es waren Übersetzungen kirchlicher
Texte, drei Psalter und eine Apostelgeschichte. Die Einrichtung von Druckereien in Siebenbürgen und
in den Fürstentümern gab der Übersetzertätigkeit neuen Aufschwung. In seiner Kronstädter
Werkstatt druckte
D. CORESI
u.a. den lutherischen Katechismus und die vier Evangelien. Für die
Ausbildung der rumänischen Literatursprache war v.a. die erste vollständige, im Auftrag des Fürsten
SERBAN CANTACUZINO
(1678-88) verfaßte Bibelübersetzung (Bukarest 1688) bedeutsam.
Eine
weite Verbreitung fanden in dieser Zeit die Volksbücher, die verschiedenartige, z.T. auch im Westen
geläufige, über byzantinische und slawische Vermittlung in den rumänischen Sprachraum gelangte Stoffe
behandelten. Das beliebteste unter ihnen war die Alexandererzählung "Alexandria". Die späte
Blüte, die Geschichten wie "Sindbad der Seefahrer", "Tausendundeine Nacht",
"Barlaam und Josaphat" usw., alle Arten von Traum- und Weissagungsbüchern, astrologische
Schriften u.a. bei den Rumänen erlebten, wird als eine Verlängerung des westeuropäischen Mitelalters
angesehen.
Im
Lauf des 17. und 18.Jh. drang die rumänische Sprache in alle Zweige der Literatur vor. Literarischen
Charakter im eigentlichen Sinn weisen allerdings nur wenige Werke, z.B. die Predigten (1643) von
VARLAAM
(*um 1590, t1657) und die Verspsalmen des Metropoliten
DOSOFTEI
(*1624, t1693) von 1673, auf.
Den Höhepunkt der altrumänischen Literatur bilden aber die unter dem Einfluß des polnischen
Humanismus entstandenen Schriften der moldauischen Chronisten
G. URECHE,
M. COSTIN und
I. NECULCE.
In Muntenien entfaltete sich, ebenfalls im 17. Jh., eine form- und stilbewußte Historiographie.
Als ihr Hauptvertreter gilt
CONSTANTIN CANTACUZINO
(*um 1640, t1716). Dem westlichen Geist seiner Zeit
ebenbürtig war der moldauische Fürst
D. CANTEMIR,
der lange Zeit in Konstantinopel lebte, später
jedoch - nach einer kurzen und unglücklichen Herrschaft in der Moldau - in Rußland als Freund und
Berater
PETERS I., D. GR.,
Asyl fand. Der vielseitige Gelehrte
CANTEMIR
benutzte zwar das Rumänische
nur unregelmäßig, aber seine in dieser Sprache verfaßten Werke, v.a. die als Tierfabel verschlüsselte
politische Streitschrift "Istoria ieroglifica" (1705), nehmen dennoch eine einzigartige
Stellung ein. Das in der Geschichtsschreibung bereits zutage tretende National und
Latinitätsbewußtsein bildete in der 2.Hälfte des 18. und zu Beginn des 19.Jh. die Grundlage für die
historischen und philologischen Arbeiten der Siebenbürgischen Schule mit dem Zentrum in Blaj. Die
Einführung des lateinischen Alphabets anstelle des kyrillischen blieb eine ihrer unumstrittenen
Leistungen. Als einziger unter den Siebenbürger Gelehrten dieser Zeit schuf
I. BUDAIDELEANU
auch ein bedeutsames Dichtwerk, das kom. Epos aus dem Zigeunerleben "Tiganiada"(hg. 1875- 77).
Neue
Ideen verbreiteten sich auch jenseits der Karpaten, wo sich die sonst wenig populären Phanarioten
als Vermittler erwiesen. Waren anfangs die griechische und italienische Literatur maßgebend, so
zeichnete sich bald eine deutliche Orientierung an Frankreich ab. Neben der klassischen Literatur
drangen jetzt, z.T. durch französische Flüchtlinge begünstigt, die Gedanken der Aufklärung und der
Revolution in die Fürstentümer vor.
19. Jahrhundert:
Als eine Zeit des beschleunigten geistigen Wandels erscheint die meist als Prämoderne bezeichnete
Periode von 1800 bis 1830. Dem durch den Volksaufstand von 1821 und die Freiheitsbewegungen auf dem
Balkan stimulierten Erneuerungsbedürfnis breiterer Bürgerschichten kam eine Flut von übersetzungen,
v.a. aus dem Französischen, entgegen. Die bedeutenden Schriftstellerpersönlichkeiten dieser Zeit
(u.a.
GHEORGHE ASACHI,
* 1788, t1869, und
I. HEUAOE-RAOULESCU)
zeichneten sich in hohem Maß als
Organisatoren (als Gründer der ersten rumänischen Zeitschriften, Publizisten, Theaterleiter und
Verfasser zahlreicher Übersetzungen und Imitationen) aus. In der Literatur überschnitten sich
die Wirkungen verschiedener westlicher Strömungen wie Klassizismus, Aufklärung, Romantik. War die
Lyrik bislang v.a. durch Dichter aus der Familie Vacarescu, u.a.
IANCU VACARESCU
(* 1792, t1863), der
als "Vater der rumänischen Poesie" gilt, und
COSTACHE CONACHI
(* 1778, t1849) vertreten und
z.T. dem anakreont. Modell verpflichtet, so brachte nach 1830 eine junge Dichtergeneration (u.a.
G. ALEXANDRESCU,
D. BOUNTINEANU)
neue Themen, Motive und Stimmungen in die rumänische Poesie ein, die an
Vorbilder wie Lord
BYRON,
A. DE LAMARTINE,
V. HUGO
erinnern. In der Romantik liegt auch der
Traditionalismus des Historikers, Politikers und Schriftstellers
M. KOGAlNICEANU
begründet. Im Umfeld
der von ihm herausgegebenen einflußreichen Zeitschrift "Dacia literara", die die Besinnung
auf die Werte der eigenen Geschichte und die Annäherung an die Volksdichtung propagierte, wirkten u.a.
der Prosaist
ALECU RUSSO
(* 1819, t 859) und
C. NEGRUZZI,
der Begründer der modernen rumänischen
Novellistik. Aus der Liebe zur Vergangenheit nährte sich das Interesse der jungen Schriftsteller für
die Gegenwart; dieses steigerte sich bei den "Achtundvierzigern" (Pasoptisti) zu brennendem
Patriotismus und revolutionärem Enthusiasmus
(N. BALCESCU).
Führende Persönlichkeit der Zeit nach
1850 wurde
V. ALECSANORI,
Verfasser von formvollendeten Gedichten, erfolgreichen Gesellschaftskomödien
und rhetorisch wirksamen Versen nationalpatriotischer Inspiration.
Die
stärkste bestimmende Kraft im rumänischen Geistesleben des späten 19.Jh. bildete die 1863 gegründete
literar. Gesellschaft Junimea. Ihre Mitglieder waren junge, im Ausland gebildete, meistens
germanophile Intellektuelle, die für eine qualitative Erneuerung der rumänischen Kultur eintraten.
Ihr führender Vertreter,
T. L. MAIORESCU,
der als Begründer der modernen, ästhetisch fundierten
rumänischen Literaturkritik gilt, wurde zum Mentor des literarischen Lebens. Zum weiten Kreis der
Junimea-Freunde gehörten zeitweise die bedeutendsten Schriftsteller der Zeit: neben
M. EMINESCU
der Dramatiker und Novellist
I. L. CARAGIALE,
der Erzähler
I. CREANGA
und der
Novellist I. SLAVICI,
ferner der Gelehrte und Prosaist
A. ODOBESCU
sowie der Romanschriftsteller
D. ZAMFIRESCU.
Diesen Persönlichkeiten, unter denen
EMINESCU
zweifellos die überragende war, verdankt die rumänische
Moderne ihren ersten Höhepunkt. Obwohl gefühlsmäßig der Vergangenheit, eigtlich einem mythischen
Mittelalter zugewandt, war
EMINESCU,
wie seine vielseitigen Interessen aufliterarischem, sprachlichem,
wissenschaftlichem und politischen Gebiet bezeugen, ein Kind seiner Zeit. Von der Philosophie I.
KANTS und v.a.
A. SCHOPENHAUERS
beeinflußt, brachte er eine pessimistische Weltanschauung in die
rumänische Literatur ein. Sein Geniekult, seine Naturliebe sowie u.a. seine großartigen
Phantasieentwürfe lassen seine Verwandtschaft mit der deutschen Romantik erkennen. Wesentliche
Impulse verdankte er aber auch der rumänischen Volksdichtung. Den epigonalen Tendenzen, die sich in
der Nachfolge
EMINESCUS
abzeichneten, widersetzte sich ganz bewußt
A. MACEOONSKI,
der in Paris, unter den Parnassiens und den Dichtern des Symbolismus seine Meister suchte.
MACEOONSKI
galt auch als Gegner der Junimea, die im Herausgeber der Zeitschrift "Contemporanul", dem
Literaturtheoretiker und militanten Sozialisten
C. DOBROGEANU-GHEREA,
bereits einen starken Kontrahenten gefunden hatte. Ein Gegengewicht zu
MAIORESCUS
Zeitschrift "Convorbiri literare"
schuf außerdem der Bukarester Historiker und Linguist
B. P. HASDEU,
der auch als Belletristikautor hervortrat, durch eigene Zeitschriften.
20. Jahrhundert:
Zu Beginn des 20.Jh. traten die um die Zeitschriften "Samanatorul" (hg. von
N. IORGA)
und "Viata româneasca" (hg. von
G. IBRAILEANU)
gruppierten Schriftsteller für eine nationalspezifische, vorwiegend dem bäuerlichen Leben zugewandte Literatur ein. Der lebensfrohe, bei
einer breiten Leserschaft beliebte
G. COSBUC und
A. VLAHUTA
waren für die Richtung von "Samanatorul" tonangebend: Um sie sammelte sich bald eine Reihe von begabten
Schriftstellern, u.a. die Lyriker
STEFAN OCTAVIAN IOSIF
(* 1875, t 913) und
O. GOGA sowie
ION ALEXANDRU BRATESCU-VOINESTI
(* 1868, t1946), ein Meister der Kurzgeschichte; der prominenteste unter ihnen war
M. SADOVEANU.
Als "Poporanismus" bezeichnete sich die vom Literaturhistoriker
und -kritiker
G. IBRAILEANU
ins Leben gerufene Bewegung, der u.a. die sozialkritischen, antisentimentalen und antiidyllischen Prosawerke eines
G. GALACTION oder
I. AGARBICEANU
entsprachen. Im Gegensatz zur bodenständigen Dichtung entwickelte sich der Symbolismus, der von dem
Literaturhistoriker und Linguisten
O. DENSUSIANU
gefördert wurde und Werke wie die von
I. MINULESCU und
G. BACOVIA
hervorbrachte, die zum wertvollsten Bestand der rumänischen Moderne gehören. Aus
dieser Bewegung, zu der zahlreiche andere Autoren wie
STEFAN PETICA
(* 1877, t1904),
D. ANGHEL
u.a. gehörten, gingen auch der spätere Mitbegründer des Dadaismus,
T. TZARA,
sowie der führende rumänische Avantgardist der 1920er Jahre,
I. VINEA, hervor.
Die
Gegensätzlichkeit einer traditionalistischen und einer fortschrittlichen Grundhaltung lebte nach 1920
bis zum Zweiten Weltkrieg weiter in der Auseinandersetzung zwischen den Schriftstellern der
Zeitschrift "Gindirea" (ihr Wortführer war
NICHIFOR CRAINIC,
* 1889, t1972, dem die betont orthodoxe, zunehmend konservative und schließlich reaktionär-faschist. Ausrichtung der Zeitschrift
zuzuschreiben ist) und den vorwiegend in der französischen Kultur verwurzelten, das
Modernitätspostulat bejahenden Autoren
E. LOVINESCU,
CAMIL PETRESCU,
VLAOIMIR STREINU (* 1902, t1970),
SERBAN CIOCULESCU
(* 1902, t1988) u.a. Der Reichtum der Themen und Stilrichtungen sowie die
ungewöhnlich hohe Zahl der Persönlichkeiten, die sie vertraten, zeichnen die Periode zwischen den
beiden Weltkriegen als Blütezeit der rumänischen Literatur aus. Im Bereich der Prosa wirkten u.a.,
neben dem bereits berühmten
SADOVEANU,
L. REBREANU,
HORTENSIA PAPADAT-BENGESCU,
CAMIL und
CEZAR PETRESCU,
ANTON HOLBAN
(* 1902, t1937),
GIB. I. MIHAESCU
(* 1894, t1935) sowie der verspätete Decadent
M. I. CARAGIAlE,
ferner der im Ausland berühmt gewordene
P. ISTRATI.
Entdeckt wurde jetzt auch die Antiprosa des unbekannt verstorbenen
URMUZ.
Die Lyrik erreichte durch
T. ARGHEZI,
L. BLAGA,
I. BARBU
einen neuen Höhepunkt; bedeutend waren auch
I. PILLAT,
A. MANIU,
DAN BOTTA (* 1907, t1958).
Eine Vielzahl von mehr oder weniger kurzlebigen, aber fruchtbaren Avantgardegruppen - sie nannten
sich "Konstruktivisten", "Integralisten", "Surrealisten" usw. - entstand.
Aus ihren Reihen kamen
ILARIE VORONCA (* 1903, t1946),
G. BOGZA,
STEPHAN ROLL (* 1903, t1974),
GHERASIM LUCA
(* 1913) u.a. In den 1930er Jahren trat eine selbstbewußte "junge Generation"
in Erscheinung. Sie hatte in
M. EUAOE,
E. IONESCU
(frz. EUGENE IONESCO) und
E. CIORAN,
die bald das Land endgültig verlassen und im Westen zu internationalem Ruhm gelangen sollten, sowie in dem
Philosophen
CONSTANTIN NOICA
(* 1909, t1987) und dem Kunstkritiker
PETRU COMARNESCU
(* 1905, t1970)
ihre glänzendsten Vertreter. Im Bereich der philosophischen Prosa ragten die Werke
BLAGAS
heraus, der Historiker
N. IORGA
entfaltete seinerseits eine gigantische Schaffenskraft; durch
G. CALINESCU,
T. VIANU, MIHAI RALEA (* 1896, t 964),
POMPILIU CONSTANTINESCU
(* 1901, t1946) u.a. (neben den bereits erwähnten Kritikerpersönlichkeiten) erlebten auch Literaturgeschichte und Literaturkritik ihr
"Goldenes Zeitalter".
Der
Zweite Weltkrieg und die Ausrufung der Volksrepublik (1947) waren für die rumänischen Literatur ein
folgenschwerer Einschnitt. Nur ausnahmsweise und meistens um den Preis beträchtlicher Kompromisse
konnten die älteren Schriftsteller
(SADOVEANU, ARGHEZI, Z. STANCU
u.a.) ihre Tätigkeit fortsetzen.
Bis etwa 1964 stand die Literatur im Zeichen des sozialistischen Realismus, der allen modernistischen
Bestrebungen ein Ende bereitete. Bedeutende Werke schufen, den formalthematischen Zwängen zum Trotz,
CAMIL PETRESCU,
CALINESCU,
M. PREDA,
P. DUMITRIU.
Auf die vorübergehende Liberalisierung des
Geisteslebens Mitte der 60er Jahre, die v.a. in der Lyrik zu einem Wiederanknüpfen an die Traditionen
der Zwischenkriegszeit führte, folgte ein neuer Aufschwung sowohl der Dichtung
(A. S. DOINAS,
M. SORESCU,
N. STANESCU,
ANA BLANDIANA,
* 1942, u.a.) wie auch des Romans
(N. BREBAN,
FANUS NEAGU, * 1932;
ALEXANDRU IVASIUC,
* 1933, t1977), der Novelle
(S. BANULESCU,
A. E. BACONSKY,
NICOLAE VELEA,
* 1936) und der Kritik
(OVID S. CROHMALNICEANU, * 1921;
DUMITRIU MICU, * 1928;
NICOLAE MANOLESCU, * 1939;
ION NEGOITESCU,
* 1921, u.a.). Kennzeichnend für die junge Literatur waren die Abkehr vom Politischen, die
Phantastik und die ästhetisierende Erprobung neuer Formen und Stile
(L. DIMOV,
DUMITRIU TEPENEAG, * 1937;
DUMITRIU RADU POPESCU,
* 1935). In den 70er Jahren zeichnete sich jedoch bereits eine neue
Verhärtung des kulturpolitischen Kurses ab, die bald zur brutalen Repression aller
nichtdiktaturkonformen äußerungsversuche führte. Zahlreiche Schriftsteller mußten das Land verlassen
(P. GOMA,
TEPENEAG, NEGOITESCU u.a.).
Der allgemein lähmenden Hoffnungslosigkeit wirkten u.a. Autoren wie
CONSTANTIN TOIU (* 1923),
AUGUSTIN BUZURA (* 1938),
SORIN TITEL (* 1935, t 1985),
GEORGE BALAITA
(* 1935) in der Prosa und
ILEANA MALANCIOIU (* 1940),
MIRCEA DINESCU
(* 1950) in der Poesie entgegen. Beim Sturz des Diktators
N. CEAUSESCU
(Dez. 1989) waren viele Schriftsteller politisch aktiv; das
politische Engagement bleibt ein Hauptmerkmal des gegenwärtigen Literaturlebens in Rumänien. Die neu
gewonnene Publikationsfreiheit wird v.a. dazu benutzt, die erschütternden Zeugnisse der kommunistischen
Gewaltherrschaft (an erster Stelle Berichte, Tagebücher, Erinnerungen aus dem Gefängnis, z.B. von
C. NOICA und
NICOLAE STEINHARDT,
* 1912, t 985) sowie die unveröffentlicht gebliebenen Werke regimekritischer
Autoren (BLAGA) zu veröffentlichen. Vorrangig sind ferner die Mühe um die Wiederherstellung der
geistig-Iiterarischen Kontinuität durch die Rehabilitierung von Persönlichkeiten, die den kommunistischen
Ideologiezensoren zum Opfer gefallen waren
(NAE IONESCU, * 1890, t 1940;
MIRCEA VVLCANESCU,
* 1904, t1952), sowie das Bestreben, die im Exil entstandene Literatur rumänischer Schriftsteller, sowohl der
älteren
(ELIADE, CIORAN, DUMITRIU)
als auch der jüngeren
(GOMA, TEPENEAG),
zu reintegrieren.
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