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Rumänische Sprache:
Eine Sprache der ostromanischen Sprachfamilie . Ihre Sonderstellung innerhalb der Romania ist
begründet durch
- ihr vorrömisches, dakisches Substrat,
- die zahlreichen Übereinstimmungen mit den übrigen Balkansprachen,
- das Fehlen germanischer Einflüsse,
- die im 7./8.Jh. wirksam werdende slawische Beeinflussung der Phonetik und v.a. des Wortschatzes,
- ihre Kontakte mit dem Ungarischen, Türkischen und Neugriechischen,
- die isolierte geographische Lage der Dakoromania, die dazu führte, daß sich die Sprache bis zum
Ende des 18.Jh. in einer geistig-kulturellen Sonderexistenz entwickelte.
Die
rumänische Sprache wird außer in Rumänien auch von Minderheiten in den Nachbarstaaten, v.a. in
Moldawien , insgesamt von etwa 25 Mio. Menschen gesprochen. Sie gliedert sich in vier Dialektgruppen,
das eigentliche (Dako-)Rumänische sowie das Aromunische oder Mazedorumänische, das Meglenorumänische
und das Istrorumänische, die von isolierten romanischen Minderheiten in Griechenland, Jugoslawien,
Bulgarien und Albanien gesprochen werden. Alle zusammen bildeten bis etwa zum 10.Jh. das Ur- oder
Gemeinrumänische. Das Dakorumänische gliedert sich seinerseits in die fünf (nur wenig differenzierten)
Subdialekte der Moldau, der Walachei, des Banats, der Crisana und des Marmarosch.
Die
Schriftsprache entwickelte sich zu Beginn des 16. Jh. und beruht auf einer walachisch-südsiebenbürgischen
Grundlage. Typisch für die rumänische Sprache sind der Reichtum an Diphthongen und Triphthongen, die
starke gegenseitige Beeinflussung von Vokalen und Konsonanten im Wort, die der Vokale durch die
Verschiebung der Tonstelle. Daraus ergibt sich eine ständige Verschiebung des Wortkörpers in der
Flexion. Weitere Merkmale: Es besteht ein Zweikasussystem (Nominativ/Akkusativ; Genitiv/Dativ); der
bestimmte Artikel wird nachgestellt; die Vollform des Infinitivs lebt nur als Substantiv weiter.
Die
rumänische Sprache des 19. und 20.Jh. ist durch Reromanisierung gekennzeichnet und infolgedessen
durch einen Rückgang der slawischen, griechischen und türkischen Elemente. Für die Begriffe der
modernen Kultur, Wissenschaft und Zivilisation wurden lateinische und mehr noch französische Ausdrücke
übernommen. Diese Neologismen sind in der heutigen Literatursprache zahlreicher als die lateinischen
Erbwörter. Die kyrillische Schreibung wurde um 1860 durch die lateinische ersetzt, deren Orthographie
zuletzt 1954 festgelegt wurde.
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