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Auch
wenn SVV für Außenstehende meist völlig unverständlich erscheint, hat es doch für die Betroffenen eine wichtige Bedeutung: Beispielsweise dient es als
Ventil bei starken inneren Spannungszuständen, hilft ihnen, aus Phasen völliger Verzweiflung und ohnmächtiger Hoffnungslosigkeit aufgrund der starken
Reizwirkung wieder herauszukommen (antidepressive Wirkung). Alptraumhafte Abläufe können dadurch verlässlicher unterbrochen werden als durch
hochwirksame Medikamente.
SVV schafft auch in Zuständen völliger, psychisch bedingter Gefühllosigkeit wieder die Möglichkeit, zu sich selbst Kontakt zu finden, indem dadurch der eigene
Körper wieder gespürt wird.
Nicht zuletzt dient es manchmal auch als Signal, mit dem an die Umgebung appelliert wird oder als Selbstbestrafung, wenn starke Schuldgefühle nicht anders
bewältigt werden können.
Das selbst verletzende Verhalten ist oft auch ein Hilferuf, hinter dem sich traumatische Erfahrungen wie sexueller
Missbrauch, körperliche und seelische Gewalt und - durch inneren Rückzug - große Einsamkeit verbergen können.
Aber nicht alle Missbrauchsopfer verletzten sich selbst, wie umgekehrt nicht alle Betroffenen Missbrauchsopfer sind. Bei vielen ist es auch die Erfahrung der
Vernachlässigung, der Mangel an Zuwendung und Wertschätzung, was dazu führt, sich selbst für das vermeintliche Versagen zu bestrafen oder sich erst durch
Schmerzen spüren zu können.
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