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Erfahrungsbericht von Marcel
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ZusammenfassungEinleitungHäufigkeitGrundlagen und UrsachenSymptomatik und UntertypenVerlaufTherapieErfahrungsberichte
  • Marcel
  • GüWiLebensgeschichte: «Mein Weg aus der Drogensucht»

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    KURZGESCHICHTE
    Montag 13.10.2008
    FREI SEIN ? !

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    Es war damals im Jahr 1988, als sich meine Eltern trennten. Ich wohnte bei meiner Mutter in Kerzers (FR) und absolvierte noch die neunte Schulklasse. Mein Bruder der drei Jahre älter war als ich und sich in kriminellen Kreisen aufhielt, übernahm dann ein wenig die Vaterrolle. Meine Mutter arbeitete tagsüber und ich war viel mit meinem Bruder in der Hip Hop Szene unterwegs. Ich rauchte und konsumierte viel Haschisch und sparte auch nicht beim trinken von Alkohol. Mit den anfänglichen Delikten kamen die ersten Einladungen vom Jugendgericht. Von Januar 1992 bis November 1993 war ich in verschiedenen Heiminstitutionen. Begonnen hat alles in einer Beobachtungsstation.

    Die Jugendlichen die zu dieser Zeit dort waren, hatten alle Kenntnisse mit harten Drogen. Es ging daher nicht lange bis ich durchs "probieren" in das rauchen von Heroin eingeführt wurde. Mit dem Konsum von harten Drogen häuften sich dann wiederum die Delikte rasant um das Heroin zu besorgen. Nach vielen Entweichungen und ansteigendem Drogenkonsum, wurde die Massnahme vom Jugendgericht in einer therapeutischen Einrichtung in Frankreich weitergeführt. Ich hielt mich dann also in diversen Auslandzentren auf, bis ich schliesslich auch dort im Juli 1994 entwich und wieder zurück in die Schweiz gelangte. Was nun folgte waren Versuche in eigener Kraft. Unter anderem auch ein Methadonprogramm. Spritzen Arbeiten konnte ich temporär als Wochenaufenthalter im Kanton Luzern. Durch die spätere Festanstellung wechselte ich dann auch meinen Wohnort. Nach einiger Zeit fing dann der Kokainkonsum an, dass mich finanziell enorm belastete. Wenn mein Bruder nicht gerade im Gefängnis sass, war ich mit ihm viel auf Diebestour. Inhaftiert wurde ich eigentlich jeweils nur für kurze Zeit. Im Jahre 1995 wechselte ich vom Heroinrauchen zum Spritzen. Ich blieb viel von der Arbeit fern und bestahl auch die Mitarbeiter, bis ich die fristlose Entlassung bekam. Danach folgte ein erneuter ansteigender Drogenkonsum. Durch den Szenenwechsel von der Hip Hop Bewegung zur Technoszene, konsumierte ich dann auch noch Ecstasy, Amphetamine und LSD. Durch den Geldmangel konnte ich die Rechnungen nicht mehr bezahlen und war damit schon bald auf der Beratungsstelle. Eine Sozialarbeiterin übernahm meinen Fall und machte für mich die Lohnverwaltung. Mit ihrer Hilfe kam ich im Dezember 1996 zum Entschluss, eine Drogentherapie zu beginnen.

    Im Januar 1997 war es dann soweit. Nach dem Entzug im Spital fing ich also die Therapie in Bern an, entwich aber innert zwei Wochen aus der Institution. Nach erneuter Standortsbestimmung begab ich mich in eine Kriseninterventionsstation. Dank der Umstrukturierung des Konzeptes konnte ich mit einem anderen Teilnehmer die Therapie fortführen. Es war eine Grossfamilie mit sieben Kindern und einem Schwesternpaar. Ich wurde sehr bald in die Familie integriert. Die Offenheit, besonders auch bei den Kindern, faszinierte mich immer wieder. Ich wurde angenommen und fühlte mich geborgen. Da das Haus sehr abgelegen in der Natur war, bekam ich eine neue Sicht für die wunderbare Umwelt. Mit dem Therapeuten hatte ich hilfreiche Gespräche, auch wenn ich dies manchmal erst im Nachhinein feststellen konnte. Jedenfalls erhielt ich mit der Zeit eine neue Stabilität in meinem Leben.

    Was ich für mich neu entdecken durfte war eine Glaubensgrundlage der Familie. Viele Gespräche über den Glauben an Christus haben in mir manche Fragen beantwortet.Kreuze Wir sangen viel über diesen grossen Gott und hatten auch des Öfteren die Lehre aus der Bibel erhalten. Das Leben von Jesus Christus packte mich immer mehr. Ich fing an die Bibel zu lesen. Es kam mir vor als würde ich mich auf eine Entdeckungsreise begeben. Ich wollte die Bibel nicht nur lesen, sondern auch das gelesene verstehen und mit meinem eigenen Leben in Verbindung bringen. Manchmal fing ich sogar an zu beten, was für mich damals eher fremd war.

    Es kam der Zeitpunkt, dass nicht mehr ich mein Leben bestimmen wollte, sondern Jesus Christus zum Mittelpunkt des Lebens wurde. Diese Entscheidung machte ich im Sommer 1997. Während meinem Therapieaufenthalt wurde ich von jeglichen Drogen befreit. Er starb für meine Schuld und mit seiner Auferstehung darf ich neue Hoffnung schöpfen.
    Das ist der glücklichste Anfang, wenn Jesus in ein Menschenleben kommt und es neu gestaltet.

    Anmerkung: Mein Bruder, Beni Gilgen, hatte diesen Weg mit Jesus auch begonnen. Mit vielen anfänglichen Kämpfen starb er an einer Überdosis am 7. Mai 2002 im Alter von 30 Jahren. Sein grösster Wunsch war, an den Geburtsort nach Süd Afrika zurück zu gehen. Er bleibt mir als Bruder in guter Erinnerung.

    "Unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei." (Römer 14,7)


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