Weiterführende Links:
Bild btopl.jpg wurde nicht geladen
Abhängigkeit & Sucht
Zum ForenbereichForum
Newsletter abonnierenNewsletter
GästebuchGästebuch
Diese Seite weiter empfehlenTell a Friend
Bild btexts.jpg wurde nicht geladen
Symptomatik und Untertypen
ABHÄNGIGKEIT:
ZusammenfassungEinleitungHäufigkeitGrundlagen und UrsachenSymptomatik und UntertypenVerlaufTherapieErfahrungsberichteLebensgeschichte: «Mein Weg aus der Drogensucht»

GESCHICHTEN
KURZGESCHICHTE
Donnerstag 21.8.2008
FREI SEIN ? !

mehr


Abhängigkeit äußert sich durch vielfältige körperliche und psychische Störungen. Auf der psychischen Seite sind häufig Interessenverlust, Stimmungsschwankungen, Gleichgültigkeit, ängstliche Unruhe, Spannung usw. zu beobachten. Körperliche Symptome sind u.a. Schwitzen, Übelkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, neurologische Ausfälle. Typische Erscheinungsbilder sind Vergiftungserscheinungen bis hin zum Koma und das Entzugssyndrom, häufig mit Krampfanfällen. Es gibt charakteristische Verhaltensweisen wie Beschönigung, Verleugnung und Verheimlichungstendenzen. Abhängigkeit hat auch häufig soziale Auswirkungen wie Kriminalität oder beruflichen Abstieg. Die Selbstmordgefahr ist bei Abhängigen hoch.

Je nach Substanz unterscheidet man folgende Untertypen:
  • Morphin-/Opiat-Typ

    Hierzu zählen Opium, Heroin, Methadon und einige stark wirksame Schmerzmittel. Diese Substanzklasse besitzt unter den Drogen das höchste Abhängigkeitspotential, es entsteht sowohl psychische als auch körperliche Abhängigkeit mit rascher Dosissteigerung. Bei Mißbrauch beherrschen Euphorie, Entrücktheit und Stimmungsschwankungen das Bild. Als Anzeichen einer Vergiftung treten Koma und Atemschwierigkeiten auf. Typische Entzugssymptome sind Unruhe, laufende Nase, Gänsehaut, Muskelschmerzen, Magenkrämpfe und Schlaflosigkeit. Diese Symptome beginnen etwa 6 - 12 Stunden nach der letzten Einnahme und erreichen nach 24 - 48 Stunden ihren Höhepunkt. Sie klingen innerhalb von 10 Tagen ab.

  • Barbiturat-/Alkohol-Typ

    Zu diesen Substanzen zählen Schlafmittel (Barbiturate), Beruhigungsmittel und Alkohol. Bei Barbituraten besteht ein beträchtliches Abhängigkeitspotential, relativ häufig werden sie auch bei Selbstmordversuchen verwendet. Nach der Einnahme stellen sich Beruhigung, Stimmungsschwankungen, Gedächtnislücken, Euphorie aber auch depressive Verstimmtheit ein. Nach Absetzen kommt es zu Schwäche, Übelkeit und Alpträumen. Wird das Medikament nach längerfristiger Einnahme hoher Dosen schlagartig abgesetzt, kann es zu Verwirrtheit mit ängstlicher Unruhe und Krampfanfällen kommen.

Bei den Alkoholabhängigen kann man verschiedene Abhängigkeitstypen unterscheiden. Die bedeutsamsten Formen sind der Süchtige und der Gewohnheitstrinker. Beim süchtigen Trinker stellt sich zunächst psychische, später auch körperliche Abhängigkeit ein. Es kommt zu Dosissteigerung und Kontrollverlust über den Alkoholkonsum, jedoch besteht (meist auf äußeren Druck) zeitweilig Fähigkeit zur Abstinenz. Der Gewohnheitstrinker ist körperlich abhängig und unfähig zur Abstinenz. Er ist charakterisiert durch einen rauscharmen, über den Tag verteilten Alkoholkonsum und bemüht, so den Alkoholspiegel konstant zu halten, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Psychische Symptome der Alkoholabhängigkeit sind oft depressive Verstimmung, Schuldgefühle, verminderte Leistungsfähigkeit. Das Denken kreist um Alkohol, zunehmend wird heimlich und schon am Morgen getrunken. Akute Vergiftungserscheinungen reichen von gesteigertem Leistungsgefühl, Euphorie und Reaktionsverlangsamung über Veränderungen der Muskelfeinbewegung und Sehstörungen bis hin zu möglichem Umschlagen in depressive Verstimmung und Übergang in einen narkotischen Zustand. Als Entzugserscheinung tritt ein Delir auf, das durch Schlaflosigkeit, Angst, Unruhe, optische Halluzination, Zittern gekennzeichnet ist. Es kann aber auch durch Herz-Kreislauf-Versagen zum Tod führen. Als Folgekrankheiten des Alkoholismus sind schwere Nerven- und Hirnschädigungen möglich.
  • Kokain-Typ

    Am weitesten verbreitet sind Kokain und Crack. Es entsteht eine starke psychische aber keine körperliche Abhängigkeit. Die akute Kokainwirkung äußert sich in einem "Kick" mit euphorischem Glücksgefühl, Abbau von Hemmungen und reduziertem Hunger-, Durst- und Schlafgefühl. Dem anschließenden Rauschstadium, in dem Halluzinationen in den Vordergrund treten, folgt ein depressives Stadium mit Angst und Depressionen. Das Verlangen nach erneuter Einnahme setzt ein, um diesen negativen Zustand zu beenden. Bei chronischem Kokainkonsum kommt es häufig zu Impotenz/Potenzstörungen, Herzrasen, vermehrten Halluzinationen und Verfolgungswahn. Beim Entzug stellt sich depressive Stimmung ein. Die Folgen von Crack-Konsum können sehr schwerwiegend sein, so treten z.B. irreparable Herz-Kreislauf-Schäden auf, die zum Tod führen können.

  • Cannabis-/Marihuana-Typ

    Hierbei entwickelt sich eine psychische, aber keine körperliche Abhängigkeit mit nur geringer Tendenz zur Dosissteigerung. Ein charakteristisches Entzugssyndrom gibt es nicht. Cannabis-Konsum kann zu Euphorie, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen, Feinhörigkeit, Unruhe und Herzrasen führen. Relativ häufig treten akute Angstreaktionen auf, es kann auch zu einem Nachrausch ohne Einnahme der Droge kommen. Chronischer Cannabis-Konsum kann Teilnahmslosigkeit und Passivität zur Folge haben.

  • Amphetamin-Typ

    Diese synthetisch hergestellten, stimulierenden Substanzen werden zur Antriebs- und Leistungssteigerung (Doping) und als Appetitzügler eingenommen. Hierzu zählt auch die vollsynthetisch im Labor hergestellte Droge Ecstasy. Es entsteht eine psychische, aber keine körperliche Abhängigkeit. Es gibt kein typisches Entzugssyndrom. Psychische Symptome sind Unruhe, Enthemmung, Euphorie, auch das Gefühl, verfolgt zu werden, kann auftreten. Körperliche Auswirkungen sind Appetitzüglung und Blutdruckanstieg.

  • Halluzinogen- (LSD)-Typ

    Hier besteht starke psychische Abhängigkeit mit Tendenz zur raschen Dosissteigerung, es bildet sich aber keine körperliche Abhängigkeit. Die Substanzen sind teils synthetischen, teils pflanzlichen (Pilze, Kakteen) Ursprungs. Der Rauschzustand ist gekennzeichnet durch Gefühlsintensivierung, optische Halluzinationen sowie Veränderungen des Körpergefühls und Raum-Zeit-Erlebens. Relativ häufig kommt es auch zu akuten Angstreaktionen und Nach- Rausch. Körperliche Symptome umfassen den Anstieg von Puls und Blutdruck und eventuell Übelkeit.

  • Schnüffelsucht (organische Lösungsmittel)

    Hier wird ein Rauschzustand durch Inhalation von Klebstoff, Lösungsmitteln oder Lacken herbeigeführt. Es entsteht psychische, aber keine körperliche Abhängigkeit. Nach einem kurzen Erregungsstadium mit Reizung der oberen Atemwege tritt ein Traumzustand mit Bewußtseinstrübung auf. Neben Euphorie kommt es im akuten Rausch zu Desorientierheit und optischen Halluzinationen. Als körperliche Folgen treten Herzrhythmusstörungen, Nervenschädigungen, Leber- und Nierenschäden und Schädigungen der Atemwege auf.

  • Polytoxikomanie

    Unter dieser Bezeichnung versteht man eine Mehrfachabhängigkeit. So konsumieren viele Drogenabhängige zusätzlich Alkohol und Medikamente als Ersatzstoffe gegen Entzugserscheinungen. Dadurch wird die Entzugsbehandlung erheblich erschwert.

zurück zurück zum Seitenanfang weiter
 
  • Alkoholismus
  • Top 50 Selbsthilfegruppen
    © 2003-2008 Sonja Blum   DisclaimerImpressumSiteMapNachricht an  Webmaster