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Abhängigkeit
äußert sich durch vielfältige körperliche und
psychische Störungen. Auf der psychischen Seite sind häufig
Interessenverlust, Stimmungsschwankungen, Gleichgültigkeit,
ängstliche Unruhe, Spannung usw. zu beobachten. Körperliche
Symptome sind u.a. Schwitzen, Übelkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen,
neurologische Ausfälle. Typische Erscheinungsbilder sind
Vergiftungserscheinungen bis hin zum Koma und das
Entzugssyndrom, häufig mit Krampfanfällen. Es gibt
charakteristische Verhaltensweisen wie Beschönigung,
Verleugnung und Verheimlichungstendenzen. Abhängigkeit hat
auch häufig soziale Auswirkungen wie Kriminalität oder
beruflichen Abstieg. Die Selbstmordgefahr ist bei Abhängigen
hoch.
Je
nach Substanz unterscheidet man folgende Untertypen:
- Morphin-/Opiat-Typ
Hierzu zählen Opium, Heroin, Methadon und einige stark
wirksame Schmerzmittel. Diese Substanzklasse besitzt unter
den Drogen das höchste Abhängigkeitspotential, es entsteht
sowohl psychische als auch körperliche Abhängigkeit mit
rascher Dosissteigerung. Bei Mißbrauch beherrschen Euphorie,
Entrücktheit und Stimmungsschwankungen das Bild. Als
Anzeichen einer Vergiftung treten Koma und
Atemschwierigkeiten auf. Typische Entzugssymptome sind
Unruhe, laufende Nase, Gänsehaut, Muskelschmerzen,
Magenkrämpfe und Schlaflosigkeit. Diese Symptome beginnen
etwa 6 - 12 Stunden nach der letzten Einnahme und erreichen
nach 24 - 48 Stunden ihren Höhepunkt. Sie klingen innerhalb
von 10 Tagen ab.
- Barbiturat-/Alkohol-Typ
Zu diesen Substanzen zählen Schlafmittel (Barbiturate),
Beruhigungsmittel und Alkohol. Bei Barbituraten besteht ein
beträchtliches Abhängigkeitspotential, relativ häufig werden
sie auch bei Selbstmordversuchen verwendet. Nach der
Einnahme stellen sich Beruhigung, Stimmungsschwankungen,
Gedächtnislücken, Euphorie aber auch depressive
Verstimmtheit ein. Nach Absetzen kommt es zu Schwäche,
Übelkeit und Alpträumen. Wird das Medikament nach
längerfristiger Einnahme hoher Dosen schlagartig abgesetzt,
kann es zu Verwirrtheit mit ängstlicher Unruhe und
Krampfanfällen kommen.
Bei
den Alkoholabhängigen kann man verschiedene
Abhängigkeitstypen unterscheiden. Die bedeutsamsten Formen
sind der Süchtige und der Gewohnheitstrinker. Beim süchtigen
Trinker stellt sich zunächst psychische, später auch
körperliche Abhängigkeit ein. Es kommt zu Dosissteigerung und
Kontrollverlust über den Alkoholkonsum, jedoch besteht (meist
auf äußeren Druck) zeitweilig Fähigkeit zur Abstinenz. Der
Gewohnheitstrinker ist körperlich abhängig und unfähig zur
Abstinenz. Er ist charakterisiert durch einen rauscharmen,
über den Tag verteilten Alkoholkonsum und bemüht, so den
Alkoholspiegel konstant zu halten, um Entzugserscheinungen zu
vermeiden. Psychische Symptome der Alkoholabhängigkeit sind
oft depressive Verstimmung, Schuldgefühle, verminderte
Leistungsfähigkeit. Das Denken kreist um Alkohol, zunehmend
wird heimlich und schon am Morgen getrunken. Akute
Vergiftungserscheinungen reichen von gesteigertem
Leistungsgefühl, Euphorie und Reaktionsverlangsamung über
Veränderungen der Muskelfeinbewegung und Sehstörungen bis hin
zu möglichem Umschlagen in depressive Verstimmung und Übergang
in einen narkotischen Zustand. Als Entzugserscheinung tritt
ein Delir auf, das durch Schlaflosigkeit, Angst, Unruhe,
optische Halluzination,
Zittern gekennzeichnet ist. Es kann aber auch durch
Herz-Kreislauf-Versagen zum Tod führen. Als Folgekrankheiten
des Alkoholismus sind schwere Nerven- und Hirnschädigungen
möglich.
- Kokain-Typ
Am weitesten verbreitet sind Kokain und Crack. Es
entsteht eine starke psychische aber keine körperliche
Abhängigkeit. Die akute Kokainwirkung äußert sich in einem
"Kick" mit euphorischem Glücksgefühl, Abbau von Hemmungen
und reduziertem Hunger-, Durst- und Schlafgefühl. Dem
anschließenden Rauschstadium, in dem Halluzinationen in den
Vordergrund treten, folgt ein depressives Stadium mit Angst
und Depressionen. Das Verlangen nach erneuter Einnahme setzt
ein, um diesen negativen Zustand zu beenden. Bei chronischem
Kokainkonsum kommt es häufig zu Impotenz/Potenzstörungen,
Herzrasen, vermehrten Halluzinationen und Verfolgungswahn.
Beim Entzug stellt sich depressive Stimmung ein. Die Folgen
von Crack-Konsum können sehr schwerwiegend sein, so treten
z.B. irreparable Herz-Kreislauf-Schäden
auf, die zum Tod führen können.
- Cannabis-/Marihuana-Typ
Hierbei entwickelt sich eine psychische, aber keine
körperliche Abhängigkeit mit nur geringer Tendenz zur
Dosissteigerung. Ein charakteristisches Entzugssyndrom gibt
es nicht. Cannabis-Konsum kann zu Euphorie,
Gedächtnisstörungen, Halluzinationen, Feinhörigkeit, Unruhe
und Herzrasen führen. Relativ häufig treten akute
Angstreaktionen auf, es kann auch zu einem Nachrausch ohne
Einnahme der Droge kommen. Chronischer Cannabis-Konsum kann
Teilnahmslosigkeit und Passivität zur Folge haben.
- Amphetamin-Typ
Diese synthetisch hergestellten, stimulierenden
Substanzen werden zur Antriebs- und Leistungssteigerung
(Doping) und als Appetitzügler eingenommen. Hierzu zählt
auch die vollsynthetisch im Labor hergestellte Droge
Ecstasy. Es entsteht eine psychische, aber keine körperliche
Abhängigkeit. Es gibt kein typisches Entzugssyndrom.
Psychische Symptome sind Unruhe, Enthemmung, Euphorie, auch
das Gefühl, verfolgt zu werden, kann auftreten. Körperliche
Auswirkungen sind Appetitzüglung und Blutdruckanstieg.
- Halluzinogen- (LSD)-Typ
Hier besteht starke psychische Abhängigkeit mit Tendenz
zur raschen Dosissteigerung, es bildet sich aber keine
körperliche Abhängigkeit. Die Substanzen sind teils
synthetischen, teils pflanzlichen (Pilze, Kakteen)
Ursprungs. Der Rauschzustand ist gekennzeichnet durch
Gefühlsintensivierung, optische Halluzinationen sowie
Veränderungen des Körpergefühls und Raum-Zeit-Erlebens.
Relativ häufig kommt es auch zu akuten Angstreaktionen und
Nach- Rausch. Körperliche Symptome umfassen den Anstieg von
Puls und Blutdruck und eventuell Übelkeit.
- Schnüffelsucht (organische Lösungsmittel)
Hier wird ein Rauschzustand durch Inhalation von
Klebstoff, Lösungsmitteln oder Lacken herbeigeführt. Es
entsteht psychische, aber keine körperliche Abhängigkeit.
Nach einem kurzen Erregungsstadium mit Reizung der oberen
Atemwege tritt ein Traumzustand mit Bewußtseinstrübung auf.
Neben Euphorie kommt es im akuten Rausch zu Desorientierheit
und optischen Halluzinationen. Als körperliche Folgen treten
Herzrhythmusstörungen, Nervenschädigungen, Leber- und
Nierenschäden und Schädigungen der Atemwege auf.
- Polytoxikomanie
Unter dieser Bezeichnung versteht man eine
Mehrfachabhängigkeit. So konsumieren viele Drogenabhängige
zusätzlich Alkohol und Medikamente als Ersatzstoffe gegen
Entzugserscheinungen. Dadurch wird die Entzugsbehandlung
erheblich erschwert.
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