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Generelle
Behandlungsziele sind die Nachreifung und
Stabilisierung der Persönlichkeit und die Rehabilitation und
Reintegration des Abhängigen. Entscheidende Elemente sind
dabei die Motivierung des Abhängigen und Maßnahmen zur
Vorbeugung von Rückfällen.
Die
Behandlung gliedert sich in:
- Kontakt- und Motivationsphase,
- Entgiftungsphase (körperlicher Entzug),
- Entwöhnungsbehandlung,
- Nachsorge- und Rehabilitationsphase und
Rückfall-Vorbeugung.
Am
Beispiel der Alkoholabhängigkeit läßt sich dieser
Behandlungsablauf folgendermaßen beschreiben: In der ersten
Phase geht es darum, den Alkoholismus zu erkennen, was
aufgrund der Tendenz zur Veheimlichung der Sucht oft erst sehr
spät geschieht. Der Betroffene muss dann zur Therapie
motiviert werden, dabei ist u.a. der Einfluss von
Selbsthilfegruppen wie den Anonymen Alkoholikern sehr
hilfreich. In der Entgiftungsphase, die meist stationär
durchgeführt wird, muss besondere Aufmerksamkeit auf
Abstinenzerscheinungen gerichtet werden. Unter Umständen kann
es zu einem Delir kommen, das sich sowohl in psychischen
Anzeichen wie Desorientiertheit, Halluzinationen und
Stimmungsschwankungen als auch körperlich mit Erbrechen,
Blutdruckschwankungen, Zittern und eventuell sogar
epileptischen Anfällen
zeigt. Die Entzugsbehandlung dauert meist 1 - 4 Wochen. In der
Entwöhnungsphase soll der Betroffene lernen, ohne Alkohol zu
leben; es werden vielfältige psychotherapeutische Maßnahmen
eingesetzt. Der Betroffene soll beispielsweise durch die
Gruppentherapie erneut Eigenverantwortung entwickeln und
größeres Selbstbewußtsein aufbauen. In der Arbeit mit
Angehörigen wird versucht, die oft gestörten familiären
Beziehungen zu verbessern. Diese Phase kann 6 Wochen, aber
auch bis zu 6 Monaten dauern. In der folgenden Nachsorge- und
Rehabilitationsphase geht es um eine langfristige
Stabilisierung des Betroffenen, dabei spielt die Unterstützung
beim Wiedereinstieg in den Beruf und das gewohnte Umfeld eine
entscheidende Rolle. Zur Vorbeugung von Rückfällen ist das
Treffen mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen oft sehr
hilfreich.
Bei
der Behandlung von Abhängigkeit arbeiten also
verschiedene Stellen eng zusammen: Der erste Kontakt erfolgt
meist durch Drogenberatungsstellen, Hausärzte und Psychiater.
Die Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung wird dann überwiegend
in Kliniken mit ärztlicher und psychologischer Unterstützung
durchgeführt. Bei der anschließenden Nachsorge und
Rehabilitation kommt Suchtberatungsstellen und
Selbsthilfegruppen wie den Anonymen Alkoholikern eine
entscheidende Bedeutung zu. Der Wiedereinstieg in den Beruf
wird in der Regel von Sozialarbeitern unterstützend
begleitet.
Allgemein
ist bei der Behandlung von Abhängigkeit zu
beachten, dass Appelle an die Vernunft und abschreckende
Hinweise meist wirkungslos bleiben. Dem Abhängigen sollte
nicht vermittelt werden, dass er die Substanz nicht mehr zu
sich nehmen darf, sondern dass er sie nicht braucht. Bei
Alkoholikern werden manchmal Medikamente eingesetzt, die zu
einer erhöhten Empfindlichkeit für oder zur Abneigung gegen
Alkohol führen. Der Entzug sollte bei den meisten Substanzen
abrupt und ohne Überbrückungsmittel erfolgen, es besteht sonst
die Gefahr, dass eine Mehrfachabhängigkeit entsteht. Bei
einigen Substanzen wird der Entzug allerdings üblicherweise
mit medikamentöser Unterstützung durchgeführt, um die
Entzugserscheinungen zu mildern, da viele Abhängige sonst nur
schwer zur Therapie zu motivieren sind.
Substitutionsprogramme, wie die Ausgabe von Methadon, sind
hinsichtlich ihrer Wirksamkeit umstritten. Es besteht aber die
Hoffnung, dass so die beruflich-soziale Wiedereinbindung
erleichtert wird und die Beschaffungskriminalität sowie die
Zahl der HIV-Infektionen zurückgeht.
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