Letzter Ausweg Suizid
Sendung zum
Thema Suizid im
Fenster zum Sonntag. |
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Suizidal wird ein Mensch, wenn er einer ihm unerträglichen oder
unlösbar erscheinenden Situation nur dadurch glaubt entrinnen zu können, daß er sich dem Leben entzieht. Beweggründe
sind Enttäuschung, vor allem in den zwischenmenschlichen Beziehungen, und Angst, insbesondere vor einer Gefahr, vor
einem Leiden, vor dem Tode, vor der Entdeckung einer Schuld, vor dem Ausbruch einer Geisteskrankheit, vor
Prestigeverlust, vor Abwertung in den Augen anderer, teils aus eigener Schuld, teils aus unbegründeter Verkennung.
Gemeinsam ist allen Suizidsituationen die Hoffnungslosigkeit.
Der Wunsch nach Selbsttötung ist oft aber nicht das einzige Motiv zur
Suizidhandlung.
Vielmehr spielen vielfältige andere Beweggründe mit, die teils bewusst, teils unbewusst sind. Dabei lassen sich einige
wesentliche Motive abheben, die immer wieder festzustellen sind, im Einzelfall aber ein unterschiedliches Gewicht
haben.
1. Autoaggression. Der Wunsch nach Selbstvernichtung, Selbstzerstörung. Nebst depressiver Verzweiflung und einem Sich-Aufgeben kann auch
eine Inversion (Umkehrung) ohnmächtiger Aggression bedeutungsvoll sein. (Fremdhass, der sich nicht am entsprechenden
«Objekt» entladen kann, wird zum Eigenhass.)
2. Setzen einer Zäsur, eines Einschnittes im Erleben. Durch bIosses Ausschalten des
Bewusstseins (z.B. durch Schlafmittel) will der Erkrankte der unerträglichen Situation entgehen. («Ich wollte
erst einmal nichts als schlafen und wegsein».)
3. Appell an die Umwelt. Die Suizidhandlung ist ein äusserster Versuch, die Umwelt
aufzurütteln, ihr den Ernst der Situation vor Augen zu führen, ein Hilferuf oder Appell, die Situation doch noch zum
bessern zu ändern, (z.B. mehr Zuwendung zu geben, etwas rückgängig zu machen etc.).
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