|
1. Gefühl der Gefahr
Die unmittelbarste und auffälligste Reaktion nach einem traumatischen Erlebnis ist das Gefühl, dass
Gefahr droht, man hat Angst oder macht sich Sorgen. Nach einem traumatischen Erlebnis wird das
Gefühl, dass Gefahr droht, vor allem auf zwei Weisen erlebt:
- durch ungewolltes Wiedererleben von Teilen des traumatischen Ereignisses (mehr darüber unter
Punkt 2);
- durch körperliche Unruhe, Schreckhaftigkeit und erhöhte Wachsamkeit (mehr darüber unter Punkt 3).
Das Gefühl der Gefahr hat zwei Quellen. Zum einen ist es eine direkte Folge davon, dass Sie selbst
oder eine andere Person einer gefährlichen, vielleicht lebensbedrohlichen Situation ausgesetzt
waren. Wenn Sie bestimmte Auslöser oder Reize an das traumatische Erlebnis erinnern, werden Sie
automatisch das Gefühl der Gefahr bekommen und zum Beispiel wieder Bilder von dem Erlebnis vor sich
sehen oder entsprechende körperliche Reaktionen bekommen. Bei manchen Reizen ist dies offensichtlich,
weil sie stark an das ursprüngliche traumatische Ereignis erinnern (z.B. wenn man zum Ort
zurückkehrt, an dem das Trauma passiert ist). Andere jedoch mögen unsinnig erscheinen und erinnern
nur entfernt oder vage an das traumatische Erlebnis (z.B. das Aufblitzen einer bestimmten Farbe, ein
gewisser Geruch, eine Lichtveränderung, eine Temperaturveränderung, der Klang einer Stimme). Solche
Reize sind oft schwer als Auslöser von Erinnerungen zu erkennen, und die Erinnerungen, die
körperliche Erregung oder die Angstgefühle scheinen aus heiterem Himmel zu kommen. Wenn man die
Auslöser erst einmal erkannt hat, kann man die eigene automatische Reaktion viel besser verstehen
und sie abbauen lernen. Daran werden Sie im Laufe der Therapie arbeiten.
Zum anderen entsteht das Gefühl der Gefahr dadurch, dass viele Menschen die Welt nach einem
traumatischen Erlebnis anders betrachten. Sie haben ein verändertes Gefühl davon, was sicher ist und
was nicht, und es dauert oft einige Zeit, ehe sie sich überhaupt wieder sicher fühlen. So haben auch
Sie das Gefühl, dass das Leben voller Gefahren ist und dass man nie
|
|
|